Aktuelles

Die 60:40 Regelung einfach erklärt

10.06.2026

In Rust geht es bei der 60:40-Regelung darum, ein gesundes Verhältnis zwischen Dauerwohnen und Ferienwohnen zu sichern.

Vereinfacht gesagt:

  • 60 Prozent sollen echter Wohnraum für Menschen sein, die dauerhaft in Rust leben.
  • 40 Prozent dürfen touristisch genutzt werden.

Das klingt einfach. Entscheidend ist aber, wie diese 60 Prozent berechnet werden.

Ein Beispiel aus einem Bauantrag

Ein Eigentümer reicht einen Bauantrag ein.

Im Haus gibt es aktuell:

Nutzung                      Fläche

Dauerwohnen             100 m²

Ferienwohnungen       100 m²

Tatsächlich wäre das also:

50 Prozent Dauerwohnen und 50 Prozent Ferienwohnen.

Die 60:40-Regel wäre damit nicht erfüllt.

Nun wird aber zusätzlich eine mögliche spätere Erweiterung des Hauses mitgerechnet. Dort könnten vielleicht irgendwann einmal weitere 70 m² Dauerwohnraum entstehen.

Dann sieht die Rechnung plötzlich so aus:

  • Dauerwohnen inklusive möglicher Erweiterung 170 m²
  • Ferienwohnungen 100 m²

Auf dem Papier wären das ungefähr:

63 Prozent Dauerwohnen und 37 Prozent Ferienwohnen.

Damit wäre die 60:40-Regel rechnerisch erfüllt.

Aber was ist das Problem?

Die Erweiterung gibt es noch gar nicht.

Sie ist vielleicht geplant oder theoretisch möglich. Aber sie ist noch nicht gebaut, nicht bewohnbar und wird auch noch nicht als Dauerwohnung genutzt.

In Wirklichkeit bleibt es also bei:

100 m² Dauerwohnen und 100 m² Ferienwohnen.

Das bedeutet:

Auf dem Papier sieht es nach 60:40 aus. Vor Ort bleibt es aber bei 50:50.

Genau das darf nicht passieren.

Das Bäcker-Beispiel

Man kann es mit einem Bäcker vergleichen.

Wenn ein Bäcker sagt:

„Mein Brot besteht zu 60 Prozent aus Mehl und zu 40 Prozent aus Wasser“, dann darf er nicht das Mehl mitzählen, das er vielleicht nächste Woche erst kaufen will.

Entscheidend ist, was wirklich im Teig ist.

Genauso ist es bei der 60:40-Regelung:

Entscheidend ist, was wirklich gebaut, vorhanden und als Dauerwohnraum nutzbar ist.

Nicht das, was vielleicht irgendwann einmal entstehen könnte.

Warum das für Rust wichtig ist

Für die Bürgerinnen und Bürger zählt nicht, was in einer Berechnung gut aussieht.

Sie merken im Alltag: 

  1. ob Wohnungen dauerhaft bewohnt sind,
  2. wie viele Feriengäste regelmäßig kommen,
  3. wie stark Straßen und Parkplätze belastet werden,
  4. ob echte Nachbarschaft erhalten bleibt,
  5. ob Wohnraum für Menschen aus Rust verfügbar ist.

Deshalb darf eine mögliche Erweiterung nicht schon heute so zählen, als würde dort bereits jemand dauerhaft wohnen.

Fazit

Die 60:40-Regelung kann nur funktionieren, wenn ehrlich gerechnet wird.

Was noch nicht gebaut, nicht nutzbar und nicht tatsächlich als Dauerwohnraum vorhanden ist, darf die Quote nicht verbessern.

Oder ganz einfach gesagt:

Die 60:40-Regel darf kein Rechentrick sein. Sie muss zeigen, was in Rust wirklich passiert.

Diese Version ist deutlich besser für eine Webseite geeignet. Noch wirkungsvoller wäre es, oben auf der Seite zusätzlich einen kurzen Merksatz groß hervorzuheben:

Nicht entscheidend ist, was irgendwann gebaut werden könnte. Entscheidend ist, was heute tatsächlich als Wohnraum vorhanden ist.

 

Stellungnahme der Bürgerinitiative zum Zeitungsartikel "Kritik am Konzept für Ferienwohnungen"

06.06.2026

Der Zeitungsartikel in der Badischen Zeitung vom 06.06.2026 "Kritik am Konzept für Ferienwohnungen" über die Diskussion zur 60:40-Regelung in Rust hat erneut deutlich gemacht, wie wichtig eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema ist. Besonders die Aussage von Herr Dr. Klare, es habe sich mittlerweile eine „Gegenbewegung“ zur Bürgerinitiative gebildet, möchten wir nicht unkommentiert stehen lassen.

Wir möchten dazu klarstellen: Die Bürgerinitiative sieht Bürgerinnen und Bürger mit kritischen Fragen zur 60:40-Regelung nicht als Gegner. Wer die konkrete Ausgestaltung oder Umsetzung einer Regelung hinterfragt, verfolgt nicht zwangsläufig andere Ziele als wir.

Unser Anliegen war und ist es, ausreichend Dauerwohnraum für die Menschen zu erhalten, die in Rust leben, arbeiten, Familien gründen und das gesellschaftliche Leben mittragen. Eine lebendige Gemeinde kann auf Dauer nur bestehen, wenn Wohnen für Einheimische möglich und bezahlbar bleibt.

Die 60:40-Regelung verfolgt grundsätzlich das richtige Ziel: Sie soll sicherstellen, dass auf Grundstücken und in Gebäuden ein überwiegender Anteil dem Dauerwohnen vorbehalten bleibt und Dauerwohnraum nicht schrittweise durch touristische Nutzungen verdrängt wird.

Gerade deshalb ist aber entscheidend, wie diese Regelung berechnet und angewendet wird. Aus unserer Sicht darf nicht allein eine theoretische Betrachtung maßgeblich sein. Wenn bei Bauanfragen oder Nachweisen auch fiktive, bislang nicht vorhandene Flächen, mögliche künftige Anbauten oder theoretisch umnutzbare Bereiche als Dauerwohnraum eingerechnet werden, kann das Ergebnis erheblich verzerrt werden.

So könnte auf dem Papier ein Verhältnis von 60 Prozent Dauerwohnen und 40 Prozent Ferienwohnen entstehen, obwohl die tatsächliche Nutzung vor Ort ein anderes Bild zeigt. Im ungünstigsten Fall würde damit genau das Gegenteil des eigentlichen Ziels erreicht: Die rechnerische Quote wäre erfüllt, während faktisch weiterhin ein deutlich höherer Anteil touristisch genutzt wird.

Eine 60:40-Regelung kann deshalb nur dann wirksam sein, wenn sie transparent, nachvollziehbar und an tatsächlich vorhandenen sowie real nutzbaren Flächen orientiert ist. Fiktive Flächen, hypothetische Anbauten oder ungewisse spätere Nutzungen dürfen nicht dazu führen, dass die Regelung lediglich rechnerisch erfüllt wird.

Dabei ist uns bewusst, dass viele private Vermieter über Jahre hinweg Ferienwohnungen aufgebaut und damit einen wichtigen Beitrag zum Tourismusstandort Rust geleistet haben. Der Tourismus ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Gemeinde und sichert zahlreiche Arbeitsplätze. Deshalb darf die Diskussion nicht auf ein einfaches „für oder gegen Ferienwohnungen“ reduziert werden.

Vielmehr muss differenziert betrachtet werden, welche Entwicklungen tatsächlich zu einem Verlust von Dauerwohnraum führen. Aus unserer Sicht liegt die größte Herausforderung nicht bei einzelnen privaten Vermietern, sondern dort, wo größere Immobilienprojekte oder investorengetriebene Vorhaben entstehen, deren Schwerpunkt auf touristischer Nutzung liegt. Solche Entwicklungen können erhebliche Auswirkungen auf den örtlichen Wohnungsmarkt haben und erfordern deshalb eine klare und wirksame Steuerung.

Wenn Bürger Fragen stellen oder auf mögliche Schwächen der Berechnung hinweisen, sollte dies nicht als Gegenposition verstanden werden, sondern als wichtiger Beitrag zur Verbesserung einer Regelung, die letztlich allen dienen soll.

Wir wünschen uns daher eine sachliche und konstruktive Diskussion, in der unterschiedliche Sichtweisen gehört werden. Die Herausforderungen des Wohnungsmarktes lassen sich nicht lösen, indem Bürgerinnen und Bürger in verschiedene Lager eingeteilt werden. Vielmehr braucht Rust einen gemeinsamen Weg, der sowohl den Bedürfnissen des Tourismus als auch dem berechtigten Interesse an dauerhaftem Wohnraum gerecht wird.

Die Bürgerinitiative steht weiterhin für einen offenen Dialog mit allen Beteiligten – mit Vermietern, Eigentümern, Gemeinderat, Verwaltung und Bürgern. Denn unser gemeinsames Ziel sollte ein lebens- und zukunftsfähiges Rust sein.

Wenn die Tore schließen, bleibt der Lärm - Rust zwischen Heimat und Übertourismus

04.06.2026

Morgens liegt Nebel über der Wiese.

Die Elz zieht ruhig vorbei.

Alte Höfe, nasse Felder, vertraute Wege.

Das Lied „Rust – Zwischen Elz & Europa-Park“, das auf YouTube zu finden ist und von der Produktionsfirma Heimatklang24.de stammt, trifft einen Nerv, weil es etwas ausspricht, das viele Menschen in Rust kennen: Unser Ort ist mehr als ein Ziel auf der Landkarte. Rust ist Heimat. Ein Dorf mit Geschichte, Erinnerungen, Menschen, die hier verwurzelt sind, und Orten, die man nicht erklären muss, weil man sie einfach fühlt.

Der Europa-Park gehört heute zu Rust. Er bringt Arbeit, Besucher und Bekanntheit. Viele Menschen aus dem Ort sind mit ihm verbunden. Das ist Teil unserer Realität. Aber es gibt eben auch die andere Seite: die Belastung, die immer stärker in den Alltag hineinreicht.

Denn Rust ist nicht nur dort, wo Gäste ankommen. Rust ist auch dort, wo Menschen morgens zur Arbeit gehen, Kinder schlafen, Familien ihren Alltag leben und ältere Menschen einfach Ruhe brauchen. Und genau diese Ruhe geht immer öfter verloren.

Selbst wenn sich am Abend die Tore schließen, kommt das Dorf nicht automatisch zur Ruhe. Der Lärm des Tages endet nicht immer mit dem Parkschluss. Er verlagert sich oft in die Nacht: feiernde Feriengäste, laute Gespräche auf der Straße oder auf Balkonen, Musik, Autotüren, Motoren, Kofferrollen, spätes Kommen und Gehen.

Für Besucher ist es Urlaub.

Für Anwohner ist es Alltag.

Was für den einen nur ein fröhlicher Abend nach einem schönen Ausflug ist, bedeutet für andere schlaflose Nächte, geschlossene Fenster im Sommer und das Gefühl, im eigenen Zuhause nicht mehr wirklich zur Ruhe zu kommen. Und genau darin zeigt sich, was Übertourismus bedeutet: nicht nur viele Gäste, sondern eine dauerhafte Belastung für den Ort und die Menschen, die hier leben.

Das Lied erinnert daran, was Rust im Kern ausmacht: die Elz, die Aue, die alten Wege, die stille Seite des Dorfes. Es erzählt von Heimat zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Vertrautem und Veränderung, zwischen Achterbahnlicht und dunkler Nacht.

Rust darf nicht nur Kulisse sein.

Nicht nur Übernachtungsort.

Nicht nur Durchgangsstation.

Rust ist ein Zuhause. Und ein Zuhause braucht mehr als wirtschaftlichen Erfolg. Es braucht Rücksicht, Maß und ein Bewusstsein dafür, dass hinter jeder Haustür Menschen leben, die nicht nur funktionieren möchten, sondern Ruhe, Würde und Lebensqualität brauchen.

Unsere Gemeinde. Unsere Zukunft.

Wie bleibt Rust ein Ort für alle, die hier leben? 

Klicken Sie auf die Bilder und entdecken Sie Schritt für Schritt, was auf dem Spiel steht. 

Fischerstraße: Zu groß, zu massiv, zu problematisch - warum gilt das nicht immer?

02.06.2026

Am 08. Juni 2026 wird im Bau-, Umwelt- und Technikausschuss die Bauvoranfrage für den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 36 Wohneinheiten in der Fischerstraße beraten.

Die dazu vorliegende Beschlussvorlage empfiehlt, das Vorhaben in wesentlichen Punkten abzulehnen.

Die Verwaltung begründet dies unter anderem damit, dass das Projekt für die Grundstücksgröße zu massiv sei, städtebauliche Probleme verursache und eine erhebliche Vorbildwirkung für zukünftige Bauvorhaben entfalten könne. Kritisch bewertet werden insbesondere die beantragten Überschreitungen bei Grundfläche, Geschossfläche und Geschossigkeit sowie weitere Abweichungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans.

Die Verwaltung stellt fest, dass eine Zustimmung die ursprünglichen Planungsziele aushöhlen und das städtebauliche Konzept des Gebietes nachhaltig verändern könnte.

Diese Einschätzung ist nachvollziehbar. 

Vor allem zeigt sie aber eines:

Die Verwaltung erkennt genau jene Probleme, auf die viele Bürgerinnen und Bürger seit Jahren aufmerksam machen.

Wenn Baukörper immer größer werden, wenn Grundstücke zunehmend maximal ausgenutzt werden, wenn bestehende Bebauungspläne durch Ausnahmen aufgeweicht werden und wenn die Wohnqualität von Nachbarschaften leidet, dann betrifft dies nicht nur einzelne Grundstücke. Es betrifft die grundsätzliche Entwicklung unseres Dorfes.

Der Präzedenzfall ist der entscheidende Punkt

Besonders bemerkenswert ist, dass die Verwaltung ausdrücklich vor einer negativen Vorbildwirkung warnt.

Damit spricht sie einen der wichtigsten Punkte überhaupt an.

Denn jede weitreichende Ausnahmegenehmigung schafft einen Präzedenzfall.

Jede Überschreitung von Grundflächen, Geschossflächen oder Gebäudehöhen wird bei zukünftigen Projekten zwangsläufig als Vergleichsmaßstab herangezogen. Was heute an einer Stelle zugelassen wird, wird morgen an anderer Stelle als Argument für weitere Ausnahmen dienen.

Genau deshalb sind Bebauungspläne überhaupt entstanden: um klare Grenzen zu setzen und eine geordnete Entwicklung zu ermöglichen.

Man könnte fast den Eindruck gewinnen: In Rathausnähe fällt schneller auf, wenn ein Baukörper zu groß wird.

Viele Bürgerinnen und Bürger würden sich wünschen, dass diese Aufmerksamkeit auch dann gilt, wenn überdimensionierte Projekte nicht neben dem Rathaus, sondern neben ihrem Zuhause entstehen.

Denn was in der Fischerstraße städtebaulich problematisch ist, wird nicht automatisch unproblematisch, nur weil es ein paar Straßen weiter geplant wird.

Wenn die Verwaltung nun selbst davor warnt, dass die Zustimmung zu diesem Projekt einen Präzedenzfall schaffen könnte, stellt sich zwangsläufig die Frage:

  • Welche konkreten Maßstäbe sollen künftig für vergleichbare Bauvorhaben gelten?
  • Werden die jetzt vorgetragenen Argumente künftig bei allen Bauprojekten gleichermaßen angewendet?
  • Oder wird weiterhin von Fall zu Fall unterschiedlich entschieden?

Denn wenn die Sorge vor einem Präzedenzfall berechtigt ist, dann darf sie nicht nur für dieses Projekt gelten.

Die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ erwartet, dass die nun von der Verwaltung selbst formulierten Maßstäbe künftig konsequent und nachvollziehbar auf alle vergleichbaren Bauvorhaben angewendet werden.

Karl-Friedrich-Straße Ost: Wie lange soll noch gewartet werden?

Gerade vor diesem Hintergrund wird ein weiteres Problem immer offensichtlicher:

Der seit Jahren diskutierte Bebauungsplan Karl-Friedrich-Straße Ost kommt weiterhin nicht voran.

  • Seit Jahren wird über diesen Bebauungsplan gesprochen.
  • Seit Jahren wird seine Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Ortskerns betont.
  • Seit Jahren wird den Bürgerinnen und Bürgern vermittelt, dass dort wichtige städtebauliche Leitlinien geschaffen werden sollen.

Doch bis heute fehlt die notwendige Planungssicherheit.

Die aktuelle Beschlussvorlage zeigt eindrucksvoll, wie wichtig klare Regeln und verbindliche Vorgaben sind. Umso unverständlicher ist es, dass der Bebauungsplan Karl-Friedrich-Straße Ost weiterhin nicht beschlossen wird.

  • Wann wird dieser Bebauungsplan endlich umgesetzt?
  • Welche Gründe rechtfertigen die jahrelange Verzögerung?
  • Und wie will die Gemeinde verhindern, dass ohne verbindliche Regelungen weitere Entwicklungen entstehen, die später selbst wieder als städtebaulich problematisch eingestuft werden?

Wer die Bedeutung von Bebauungsplänen betont, muss sie auch konsequent voranbringen.

Wohnraumschaffung allein reicht nicht

In nahezu jeder Diskussion über größere Bauvorhaben wird mit der Schaffung von Wohnraum argumentiert.

Grundsätzlich ist das richtig.

Rust braucht Wohnraum.

Rust braucht Wohnungen für Familien, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, junge Menschen und ältere Bürgerinnen und Bürger.

Doch die entscheidende Frage lautet:

Wie viel des neu geschaffenen Wohnraums steht tatsächlich dauerhaft dem Wohnungsmarkt zur Verfügung?

Viele Bürgerinnen und Bürger beobachten seit Jahren eine zunehmende Umnutzung von Wohnraum. Wohnungen verschwinden aus dem dauerhaften Wohnungsmarkt und werden touristisch genutzt oder stehen dem regulären Wohnen nicht mehr dauerhaft zur Verfügung.

Dadurch entsteht ein Problem, das weit über einzelne Bauvorhaben hinausgeht.

Denn die reine Anzahl neu gebauter Wohnungen sagt noch nichts darüber aus, ob sich die Wohnsituation für die einheimische Bevölkerung tatsächlich verbessert.

Deshalb muss die Gemeinde die Frage beantworten, wie dauerhaft verfügbarer Wohnraum langfristig gesichert werden soll und welche Auswirkungen die fortschreitende Umnutzung von Wohnraum auf die Entwicklung unseres Dorfes hat.

Auch die 60/40-Regelung gehört auf den Prüfstand

In diesem Zusammenhang muss aus Sicht der Bürgerinitiative auch die bestehende 60/40-Regelung kritisch hinterfragt werden.

Der ursprüngliche Gedanke dieser Regelung besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen Wohnnutzung und touristischer Nutzung zu schaffen.

In der Praxis stellt sich jedoch die Frage, ob die Berechnungsgrundlagen diesem Ziel überhaupt noch gerecht werden.

Nach Auffassung der Bürgerinitiative darf sich die Berechnung nicht an theoretischen Maximalwerten orientieren.

Problematisch wird es insbesondere dann, wenn nicht die tatsächlich vorhandene oder konkret beantragte Bebauung als Grundlage dient, sondern zusätzlich mögliche zukünftige Bebauungen oder theoretische Ausbaumöglichkeiten berücksichtigt werden.

Dadurch entstehen rechnerische Potenziale, die auf dem Papier zusätzliche Ferienwohnungen ermöglichen können, obwohl diese Bebauung tatsächlich noch gar nicht existiert.

Eine solche Vorgehensweise führt dazu, dass die maximale Ausnutzung eines Grundstücks zur Berechnungsgrundlage wird und nicht die tatsächliche Situation vor Ort.

Das widerspricht aus unserer Sicht dem eigentlichen Ziel der Regelung.

Wenn die Gemeinde dauerhaft verfügbaren Wohnraum schützen möchte, dann muss die Berechnung transparent, nachvollziehbar und an realen Gegebenheiten orientiert sein.

Die 60/40-Regelung darf nicht durch theoretische Rechenmodelle zu einem Instrument werden, mit dem zusätzliche touristische Nutzungen ermöglicht werden, während gleichzeitig dauerhaft nutzbarer Wohnraum immer knapper wird.

Jetzt braucht Rust eine klare Linie

Die aktuelle Beschlussvorlage zeigt, dass die Verwaltung die Risiken überdimensionierter Bauvorhaben durchaus erkennt.

Das begrüßen wir ausdrücklich.

Nun erwarten wir aber auch, dass aus dieser Erkenntnis die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.

  • Rust braucht klare Regeln statt wechselnder Einzelfallentscheidungen.
  • Rust braucht verbindliche Bebauungspläne statt jahrelanger Verzögerungen.
  • Rust braucht echten Wohnraum statt fortschreitender Umnutzung.
  • Und Rust braucht eine Ortsentwicklung, die für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar bleibt.

Bebauungspläne sind kein Dekorationsmaterial für Sitzungsvorlagen. Sie sollen Orientierung geben, Grenzen setzen und Verlässlichkeit schaffen.

Wenn die Gemeinde nun selbst feststellt, dass zu große Baukörper, weitreichende Ausnahmen und erhebliche Abweichungen problematisch sind, dann muss diese Erkenntnis künftig für alle gelten.

  • Für alle Bauherren.
  • Für alle Ortsteile.
  • Und für alle Bürgerinnen und Bürger.

Die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ wird die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten und sich weiterhin für eine maßvolle, transparente und faire Entwicklung unseres Dorfes einsetzen.

Denn die Zukunft von Rust darf nicht von Ausnahmen geprägt werden, sondern von klaren Regeln, die für alle gleichermaßen gelten.

Rust zwischen Tourismus und Dorfleben: Wann wird aus Einzelproblemen ein strukturelles Problem?

Im Deutschlandfunk-Kultur-Länderreport vom 29. Mai zum Thema „Freizeitpark Rust – Balanceakt zwischen Tourismus und Dorfleben“ sprach Bürgermeister Dr. Kai-Achim Klare über die besonderen Herausforderungen, vor denen Rust steht.

Er machte deutlich, dass die Gemeinde Ansammlungen von Ferienwohnungen vermeiden wolle, bei denen die Eigentümer nicht selbst im Haus wohnen. Als Beispiel nannte er Reisegruppen oder Fußballmannschaften, die nach einem Besuch des Europa-Parks abends noch gemeinsam feiern. Für Nachbarn könne dies schnell zur Belastung werden, wenn dadurch die Nachtruhe gestört wird.

Genau dieser Punkt trifft den Kern der Diskussion. Denn viele Anwohner erleben solche Situationen nicht nur als theoretisches Beispiel, sondern als wiederkehrendes Problem im Alltag: laute Unterhaltungen auf Balkonen, Gruppenunterkünfte in Wohngebieten, späte Anreisen, Feiern und nächtliche Ruhestörungen.

Dr. Klare verwies im Beitrag auch auf das Ruster Straßenfest als Zeichen dafür, dass Rust trotz aller Veränderungen weiterhin wie ein Dorf funktioniere. Das mag für diese drei Tage im Jahr stimmen. Ein gelungenes Straßenfest kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, wie das Dorfleben an den übrigen 362 Tagen erlebt wird. Entscheidend ist nicht nur, wie ein Ort feiert, sondern wie Menschen dort wohnen, schlafen, arbeiten und ihren Alltag verbringen können.

Hinzu kommt ein weiterer Widerspruch: In Rust entstehen weiterhin Gebäude, die von Investoren errichtet und anschließend als Eigentumswohnungen verkauft werden. Dabei wird teilweise darauf hingewiesen, dass diese Wohnungen auch als Ferienwohnungen genutzt werden könnten. Damit ist jedoch gerade nicht sichergestellt, dass Eigentümer selbst im Haus wohnen und bei Problemen direkt ansprechbar sind.

Wenn Wohnungen vor allem als Kapitalanlage entstehen und später touristisch genutzt werden, verschiebt sich das Gleichgewicht im Wohngebiet. Für dauerhaft dort lebende Nachbarn macht es einen erheblichen Unterschied, ob nebenan eine Familie wohnt oder regelmäßig wechselnde Gäste anreisen. Eine Buchungsplattform, eine Schlüsselbox oder eine Telefonnummer ersetzen keine gelebte Nachbarschaft.

Auch im Dorfzentrum und im Ortskern darf man es sich nicht zu einfach machen. Dass dort historisch einzelne Gewerbebetriebe vorhanden waren oder noch vorhanden sind, bedeutet nicht automatisch, dass zusätzliche touristische Nutzungen für die Nachbarschaft unproblematisch sind. Denn auch im Ortskern gibt es Wohngebäude, Familien, Berufstätige, ältere Menschen und Kinder. Wer dort wohnt, hat denselben Anspruch auf Nachtruhe und Wohnqualität wie Bürgerinnen und Bürger in anderen Wohngebieten.

Es mag im Einzelfall formell baurechtlich begründbar sein, Ferienwohnungen dort zu genehmigen, wo eine gewisse gewerbliche Vorprägung besteht. Politisch und städtebaulich darf dies jedoch nicht dazu führen, dass Wohninteressen faktisch nachrangig behandelt werden. Wenn eine Gemeinde ernsthaft verhindern will, dass sich Ferienwohnungen ohne anwesende Eigentümer ausbreiten, muss sie dafür tragfähige und nachvollziehbare Lösungen finden.

Problematisch wird es insbesondere dann, wenn Regelungen wie eine 60/40-Aufteilung durch rechnerische Konstruktionen aufgeweicht werden. Wenn mögliche künftige oder fiktive Flächen in die Betrachtung einbezogen werden, kann am Ende eine touristische Nutzung zulässig erscheinen, obwohl sie im tatsächlichen Bestand deutlich stärker ins Gewicht fällt. Solche Berechnungen mögen auf dem Papier funktionieren. Für die betroffenen Nachbarn zählt jedoch nicht die theoretische Fläche einer möglichen späteren Bebauung, sondern die reale Belastung im Alltag.

Die Gemeindeverwaltung betrachtet Beschwerden offenbar häufig als einzelne Vorfälle. Doch genau hier stellt sich die zentrale Frage: 

Wann beginnt ein strukturelles Problem?

Ein strukturelles Problem entsteht nicht erst dann, wenn sich alle Beschwerden in einer einzigen Straße oder an einer einzigen Unterkunft häufen. Es kann auch dann vorliegen, wenn ähnliche Vorfälle an unterschiedlichen Orten auftreten, aber auf dieselbe Ursache zurückzuführen sind.

Wenn Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen Wohngebieten immer wieder von nächtlichen Ruhestörungen durch touristische Nutzung berichten, dann sind dies nicht nur voneinander losgelöste Einzelfälle. In ihrer Summe zeigen sie ein Muster.

Bemerkenswert ist, dass Dr. Klare selbst genau jene Risiken beschreibt, die viele Anwohner seit Jahren benennen. Wenn Ferienwohnungen ohne anwesende Eigentümer problematisch sein können, dann muss konsequent gefragt werden, ob die bestehenden Regelungen ausreichen und ob sie in der Praxis wirksam genug angewendet werden.

Rust profitiert zweifellos vom Tourismus. Der Europa-Park prägt den Ort, schafft Arbeitsplätze und zieht Menschen aus aller Welt an. Doch dieser Erfolg darf nicht dazu führen, dass die dauerhafte Wohnbevölkerung Schritt für Schritt an Lebensqualität verliert.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Rust Tourismus will. Die Frage lautet, wie viel touristische Nutzung ein Wohngebiet verträgt, bevor aus Dorfleben ein dauerhafter Ausnahmezustand wird.

Wenn Wohnraum geschaffen werden kann - warum nicht auch für die Menschen in Rust?

30.05.2026

Die jüngsten Berichte über neue Mitarbeiterwohnheime des Europa-Parks zeigen eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Wohnraum als Priorität betrachtet wird.

In der Badischen Zeitung vom 29. Mai 2026 wurde berichtet, dass aus dem ehemaligen Pflegeheim St. Marien in Ettenheimmünster innerhalb kurzer Zeit ein Mitarbeiterwohnheim mit 130 Plätzen entstanden ist. In der Lahrer Zeitung vom 28. Mai 2026 wurde zudem über ein weiteres Wohngebäude in Rust berichtet, das bis Ende 2027 entstehen soll. Dort sollen rund 90 Wohnungen für etwa 230 Europa-Park-Beschäftigte geschaffen werden.

Diese Investitionen zeigen: Wer bauen will, kann bauen. Wer Wohnraum schaffen will, kann Wohnraum schaffen.

Doch genau hier stellt sich für viele Bürgerinnen und Bürger von Rust eine berechtigte Frage:

Warum entstehen hunderte Wohnplätze für Mitarbeiter, während gleichzeitig immer mehr einheimische Familien Schwierigkeiten haben, bezahlbaren Wohnraum in ihrem Heimatort zu finden?

Was bedeutet es für eine junge Familie, wenn sie im eigenen Heimatort keine Wohnung mehr findet? Wenn die Großeltern in Rust leben, die Kinder hier aufgewachsen sind, der Kindergarten, die Vereine und die Nachbarschaft vertraut sind – und trotzdem bleibt am Ende nur der Umzug in eine andere Gemeinde? Für viele ist das kein abstraktes Wohnungsproblem, sondern der schmerzhafte Verlust von Heimat.

Junge Menschen, die in Rust aufgewachsen sind, müssen häufig in umliegende Gemeinden ausweichen. Familien, deren Eltern und Großeltern seit Jahrzehnten hier leben, können sich die wenigen verfügbaren Wohnungen oftmals nicht mehr leisten. Hinzu kommt, dass es in Rust insgesamt zu wenig Dauerwohnungen gibt – insbesondere familiengerechte Wohnungen mit drei oder mehr Zimmern, Küche und Bad.

Gerade solche Wohnungen werden von jungen Familien dringend benötigt. Doch genau dieses Angebot ist in Rust knapp geworden. Besonders im Ortskern, wo sich Ferienwohnungen in den vergangenen Jahren stark konzentriert haben, fehlen heute Wohnungen für dauerhaft hier lebende Familien.

Viele Eltern und Großeltern erleben mit Sorge, dass ihre Kinder und Enkel den Heimatort verlassen müssen, weil bezahlbarer Wohnraum fehlt oder geeignete Familienwohnungen gar nicht erst verfügbar sind.

Besonders problematisch ist, dass selbst vorhandene Dauerwohnungen zunehmend in Ferienwohnungen umgewandelt werden – vor allem in Gebieten, in denen Ferienwohnungen weiterhin zugelassen sind. Damit geht dem Ort nicht nur möglicher neuer Wohnraum verloren, sondern auch bereits bestehender Wohnraum für Familien, Paare, Senioren und Einheimische.

Wenn solche Umwandlungen zudem mit Zustimmung der Gemeindeverwaltung erfolgen, stellt sich die Frage, ob der Schutz des dauerhaften Wohnens in Rust tatsächlich den Stellenwert hat, den er angesichts der angespannten Wohnraumsituation haben müsste.

Denn jede Wohnung, die dauerhaft bewohnt werden könnte, aber künftig touristisch genutzt wird, verschärft das Problem. Für Investoren mag eine Ferienwohnung wirtschaftlich attraktiver sein. Für eine junge Familie aus Rust bedeutet sie aber möglicherweise: wieder eine Wohnung weniger, die als Zuhause infrage kommt.

Ein Blick nach Ringsheim zeigt: Es geht auch anders

Besonders bemerkenswert ist der Blick in die Nachbargemeinde Ringsheim.

Die Badische Zeitung berichtete am 29. Mai 2026 unter der Überschrift „Ringsheim will trotz starkem Tourismus Dorf bleiben“, dass der Tourismus dort mittlerweile der wichtigste Wirtschaftszweig ist. Gleichzeitig verfolgt Ringsheim nach Angaben des Bürgermeisters bewusst das Ziel, trotz dieser Entwicklung ein Dorf zu bleiben und einem möglichen Übertourismus entgegenzuwirken.

Dafür werden konkrete Maßnahmen genannt. Dazu gehören Änderungen von Bebauungsplänen sowie eine sogenannte Umwandlungsprämie zugunsten von Dauerwohnungen. Ziel ist es, die Entwicklung aktiv zu steuern und Wohnraum für die eigene Bevölkerung zu sichern.

Das wirft auch für Rust eine wichtige Frage auf:

Wenn selbst eine touristisch geprägte Nachbargemeinde den Schutz von Dauerwohnraum als politische Aufgabe betrachtet, warum gelingt dies in Rust bisher nicht in gleichem Maße?

Während in Ringsheim über Wege nachgedacht wird, Dauerwohnungen zu erhalten und den Dorfcharakter zu bewahren, erleben viele Bürgerinnen und Bürger in Rust das Gegenteil. Hier werden weiterhin Wohnungen in Ferienwohnungen umgewandelt, obwohl familiengerechter Dauerwohnraum zunehmend fehlt.

Gerade deshalb wünschen sich viele Menschen in Rust eine stärkere politische Priorität für Dauerwohnraum, damit auch künftige Generationen noch die Möglichkeit haben, in ihrem Heimatort zu leben.

Wer vertritt die Interessen der Menschen, die dauerhaft in Rust leben wollen?

Eine Gemeinde darf sich nicht ausschließlich an touristischen Kennzahlen orientieren. Gewerbesteuereinnahmen und wirtschaftlicher Erfolg sind wichtig. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass die eigene Bevölkerung zunehmend verdrängt wird.

Ein Dorf lebt nicht von Bettenzahlen.

Ein Dorf lebt von Familien, Nachbarschaften, Vereinen, Kindern in den Kindergärten und Schulen, Ehrenamtlichen bei Feuerwehr und Vereinsleben sowie Menschen, die sich mit ihrem Wohnort identifizieren und Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen.

Wenn immer mehr Wohnraum dem touristischen Markt zugeführt wird und gleichzeitig bezahlbare Dauerwohnungen fehlen, gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen.

Die aktuellen Wohnbauprojekte des Europa-Parks beweisen, dass Wohnraumschaffung möglich ist, wenn der Wille vorhanden ist. Umso mehr stellt sich die Frage, weshalb bei neuen Bauvorhaben in Rust nicht stärker darauf geachtet wird, ausreichend Dauerwohnraum für Einheimische und insbesondere für junge Familien zu schaffen.

Dabei geht es nicht darum, Mitarbeiterwohnungen oder den Tourismus infrage zu stellen. Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Rust und die Schaffung von Wohnraum für Beschäftigte ist sinnvoll und notwendig.

Die gleiche Entschlossenheit erwarten viele Bürgerinnen und Bürger jedoch auch bei der Schaffung von Wohnraum für die Menschen, die seit Generationen in Rust leben und das Dorf mit ihrem Engagement, ihrer Vereinsarbeit und ihrem gesellschaftlichen Zusammenhalt geprägt haben.

Die Zukunft von Rust darf nicht allein an der Zahl der Übernachtungen gemessen werden.

Rust braucht eine Entwicklung, die Tourismus und Lebensqualität in Einklang bringt. Eine Entwicklung, die nicht nur neue Betten schafft, sondern auch Perspektiven für junge Familien, Senioren und Einheimische bietet.

Denn Rust darf nicht zu einer Ferienanlage mit Dorfcharakter werden.

Rust ist ein Dorf mit Menschen, die hier leben, arbeiten, Familien gründen und ihre Zukunft aufbauen wollen.

Dafür braucht es ausreichend Dauerwohnungen. Dafür braucht es bezahlbaren Wohnraum. Dafür braucht es den Schutz bestehender Wohnungen vor weiterer Umwandlung in Ferienwohnungen. Und dafür braucht es politische Entscheidungen, die die Interessen der Bürgerinnen und Bürger genauso ernst nehmen wie die Interessen des Tourismus.

Rust ist unsere Heimat.

Quellenhinweis:
Dieser Beitrag nimmt Bezug auf folgende Zeitungsberichte:

„Europa-Park schafft Platz für 130 Mitarbeiter“, veröffentlicht in der Badischen Zeitung am 29. Mai 2026.

„Ringsheim will trotz starkem Tourismus Dorf bleiben“, veröffentlicht in der Badischen Zeitung am 29. Mai 2026.

„Ende 2027 soll Neubau stehen“, veröffentlicht in der Lahrer Zeitung am Donnerstag, 28. Mai 2026.

Radiobericht über das Interview der BI und dem Deutschlandfunk

29.05.2026

Heute kommt der Bericht über das Interview der BI mit dem Deutschlandradio. Um ca. 13:10 Uhr Deutschlandfunk Kultur im "Länderreport" ist er zu hören. Der Bericht ist auch heute Nachmittag nach der Sendung online:  https://www.deutschlandfunkkultur.de/laenderreport-100.html

Europa-Park erweitert Wohnangebot – doch wohin entwickelt sich Rust?

23.05.2026

Am 16. Mai berichtete der Guller über den Ausbau des Mitarbeiter-Wohncampus des Europa-Parks in Rust. Geplant sind zwei weitere Gebäude mit insgesamt 90 Wohneinheiten und rund 4.500 Quadratmetern Wohnfläche. Europa-Park-Inhaber Roland Mack und Bürgermeister Kai-Achim Klare loben das Projekt als wichtiges Zeichen für Mitarbeiterbindung, Integration und die Zukunft des Standorts Rust.

Doch genau dieser Bericht wirft auch Fragen auf, die viele Bürger inzwischen beschäftigen.

Für wen entwickelt sich Rust eigentlich?

Natürlich braucht ein Unternehmen wie der Europa-Park Wohnraum für Mitarbeiter. Natürlich profitiert Rust wirtschaftlich enorm vom Park. Arbeitsplätze, Gewerbesteuern und internationale Bekanntheit sind unbestritten wichtige Faktoren für die Gemeinde.

Aber reicht wirtschaftlicher Erfolg allein aus, um die Entwicklung eines Dorfes zu bewerten?

Immer mehr Bürger beobachten mit Sorge, dass sich Rust in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Ferienwohnungen, touristische Infrastruktur und Investorenprojekte nehmen sichtbar zu. Gleichzeitig wird es für Familien, junge Menschen und Einheimische immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum im Ort zu finden.

Die zentrale Frage lautet deshalb:

Entsteht in Rust noch Wohnraum für Bürger – oder fast nur noch Wohnraum rund um den Tourismus?

Ein Dorf lebt nicht nur von Wachstum

Im Guller-Artikel spricht Bürgermeister Kai-Achim Klare von einem „klaren Bekenntnis zum Standort Rust“. Doch viele Menschen fragen sich inzwischen, wie dieses Bekenntnis konkret aussieht – für die Bürgerinnen und Bürger des Dorfes.

Denn ein lebendiges Dorf besteht nicht nur aus neuen Gebäuden und wirtschaftlichem Wachstum.

Ein Dorf lebt von:

  • Familien,
  • Nachbarschaften,
  • Vereinen,
  • sozialem Zusammenhalt,
  • dauerhaftem Wohnraum,
  • und Menschen, die hier nicht nur arbeiten oder Urlaub machen, sondern wirklich leben.

Genau hier wächst die Sorge vieler Einwohner:
Dass sich Rust Schritt für Schritt von einem gewachsenen Dorf zu einem touristisch dominierten Ort entwickelt.

„Dorf statt Ferienanlage“ – mehr als nur ein Name

Die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ entstand nicht ohne Grund.

Der Name beschreibt die Sorge vieler Menschen sehr deutlich: Rust darf seinen Charakter nicht verlieren.

Denn wenn immer mehr Wohnraum touristisch genutzt wird, wenn Immobilienpreise weiter steigen und sich das Ortsbild zunehmend an den Bedürfnissen des Tourismus orientiert, verändert sich langfristig auch das soziale Gefüge des Dorfes.

Die Gefahr besteht darin, dass Einheimische zunehmend verdrängt werden:

  • aus dem Ortskern,
  • vom Wohnungsmarkt,
  • und irgendwann auch aus der aktiven Gestaltung des Dorflebens.

Kritik bedeutet nicht Ablehnung des Europa-Parks

Die Bürgerinitiative richtet sich nicht gegen Arbeitsplätze oder gegen den Europa-Park als Unternehmen.

Der Europa-Park gehört zu Rust und ist ein wichtiger Bestandteil der Region.

Aber gerade deshalb braucht es eine offene Diskussion über die Zukunft des Dorfes:

  • Wie viel Wachstum verträgt Rust?
  • Wie bleibt Wohnraum für Bürger bezahlbar?
  • Wie viele Ferienwohnungen verträgt ein Dorf?
  • Wie schützt man den Ortskern?
  • Wie bleibt Rust ein lebenswerter Ort für kommende Generationen?

Diese Fragen dürfen gestellt werden – sachlich, konstruktiv und ohne Tabus.

Rust steht an einem Wendepunkt

Der Bericht im Guller vom 17. Mai zeigt vor allem die Sichtweise von Europa-Park und Gemeindeführung. Doch viele Bürger haben inzwischen das Gefühl, dass die Sorgen der Einwohner zu wenig gehört werden.

Die eigentliche Debatte dreht sich längst nicht mehr nur um ein einzelnes Bauprojekt.

Es geht um die Zukunft von Rust.

Bleibt Rust ein Dorf mit Tourismus?

Oder wird Rust irgendwann zu einem Tourismusstandort, in dem das eigentliche Dorfleben nur noch eine Nebenrolle spielt?

Rust zwischen Wachstum und Lebensqualtät

19.05.2026

Die heutige Umfrage der Badischen Zeitung zur Lebensqualität "Die Menscen in der Region fühlen sich sicher" (19.05.2026) in der südlichen Ortenau zeichnet ein interessantes Bild der Region – und auch von Rust.

Viele Bürgerinnen und Bürger bewerten ihre Gemeinden insgesamt positiv. Gleichzeitig zeigt die Befragung aber auch Unterschiede bei Themen wie Sicherheitsgefühl, Lebensqualität, Verkehr und Versorgung.

Gerade für Rust lohnt sich ein genauer Blick auf diese Ergebnisse.

Während Rust bei der Versorgung vergleichsweise gut abschneidet, fällt auf, dass das Sicherheitsgefühl und die allgemeine Zufriedenheit teilweise niedriger bewertet werden als in einigen Nachbargemeinden. Besonders Gemeinden mit deutlich weniger touristischer Belastung erreichen in einzelnen Bereichen bessere Werte.

Das sollte nachdenklich machen.

Denn die Ergebnisse zeigen:
Wirtschaftliches Wachstum allein garantiert nicht automatisch mehr Lebensqualität.

Rust ist mehr als ein Tourismusstandort

Rust ist ein besonderer Ort. Viele Menschen leben hier seit Generationen. Familien, Vereine, Nachbarschaften und ein funktionierendes Dorfleben prägen unsere Gemeinde.

Doch mit jeder weiteren touristischen Entwicklung wächst auch die Herausforderung, die Balance zwischen Wachstum und Wohnqualität zu erhalten.

Mehr Verkehr, mehr Flächenverbrauch und eine zunehmende Verdichtung verändern das Leben im Ort spürbar. Die Umfrage deutet an, dass diese Entwicklung von vielen Menschen differenziert wahrgenommen wird.

Dabei geht es nicht um ein „Entweder-oder“.

Tourismus gehört zu Rust und schafft Arbeitsplätze sowie wirtschaftliche Stärke. Aber ebenso wichtig ist die Frage:

Wie bleibt Rust auch in Zukunft ein lebenswerter Wohnort?

Lebensqualität braucht Augenmaß

Die Ergebnisse der Umfrage sollten deshalb als Signal verstanden werden, die zukünftige Entwicklung mit Augenmaß zu gestalten.

Eine Gemeinde lebt nicht nur von Investitionen und Besucherzahlen, sondern auch von:

  • Sicherheit,
  • Nachbarschaft,
  • Ruhe,
  • Identität,
  • funktionierenden Ortsstrukturen
  • und echter Lebensqualität für die Menschen vor Ort.

Genau dafür setzt sich die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ ein.

Wir wünschen uns eine Entwicklung, die den Charakter Rusts erhält – nicht gegen den Tourismus, sondern für ein lebenswertes Dorf.

Denn Rust soll nicht nur ein Ort für Gäste bleiben.

Rust soll vor allem Heimat bleiben.

Online-Befragung zum Tourismus in Rust: Ihre Meinung ist gefragt

18.05.2026 

Im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Hochschule München führt Melanie Schunn, Studentin im Masterstudiengang Strategie und Innovation im Tourismus, eine Online-Befragung zur Wahrnehmung und Akzeptanz des Tourismus in der Region rund um Rust durch. Im Mittelpunkt steht dabei das Beispiel des Europa-Parks.

Die Befragung richtet sich an Personen ab 16 Jahren, die in Rust oder im Umkreis von etwa 10 Kilometern wohnen. Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten und leistet einen wichtigen Beitrag dazu, unterschiedliche Eindrücke, Erfahrungen und Meinungen aus der Region sichtbar zu machen.

Eine möglichst breite Beteiligung ist entscheidend, damit die Ergebnisse der Masterarbeit aussagekräftig werden. Daher laden wir herzlich dazu ein, an der Befragung teilzunehmen und den Link gerne auch im eigenen Netzwerk weiterzuleiten.

Die Umfrage ist bis zum 14. Juni verfügbar.

Hier geht es zur Online-Befragung:

https://www.soscisurvey.de/Masterarbeit-Tourismusakzeptanz/

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihre Teilnahme.

Ferienwohnungen und Wohnraummangel: Andere Gemeinden handeln - wie reagiert Rust?

Ringsheim handelt, das Elsass reguliert – und Rust verweist auf eine 60/40-Regelung, die kaum schützt

16.05.2026

Der Druck auf den Wohnungsmarkt wächst in vielen touristisch geprägten Gemeinden. Immer mehr Wohnungen werden als Ferienwohnungen genutzt, während Familien, Beschäftigte und Einheimische kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden.

Diese Entwicklung betrifft nicht nur Rust. Aber sie betrifft Rust in besonderem Maße.

Während andere Gemeinden inzwischen konkrete Maßnahmen prüfen oder bereits umsetzen, bleibt in Rust vieles bei Verweisen auf bestehende Regelungen. Besonders häufig wird dabei die sogenannte 60/40-Regelung genannt. Aus unserer Sicht ist diese Regelung jedoch eher eine politische Worthülse als ein wirksames Schutzinstrument.

Andere Gemeinden gehen konkrete Schritte

Wie die Lahrer Zeitung am 15.05.2026 (Artikel: "Neue Idee gegen Ferienwohnungen") und die Badische Zeitung am 16.05.2026 (Artikel: "Prämie soll Ferienwohnungen eindämmen") berichtete, prüft Ringsheim finanzielle Anreize für Eigentümer, die Ferienwohnungen wieder in regulären Wohnraum umwandeln. Damit soll dauerhaftes Wohnen gestärkt und Wohnraum für Einheimische zurückgewonnen werden.

Auch im Elsass wird das Thema deutlich konsequenter angegangen. Die Badische Zeitung berichtete am 14.08.2025 (Artikel: "Wie Orte im Elsass gegen Airbnb & Co. vorgehen") über strengere Regeln für Ferienwohnungen auf französischer Seite. Dort werden Registrierungspflichten, Genehmigungen und Begrenzungen diskutiert oder bereits umgesetzt. 

Diese Beispiele zeigen: Gemeinden sind nicht machtlos. Sie können handeln, wenn sie den Schutz von Wohnraum ernst nehmen.

Rust steht vor derselben Herausforderung

In Rust erleben viele Bürgerinnen und Bürger seit Jahren, wie sich Wohngebiete verändern. Häuser werden verdichtet, Wohnungen touristisch genutzt, Parkdruck und Verkehr nehmen zu. Gleichzeitig wird es für Familien, Beschäftigte und junge Menschen immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum im Ort zu finden.

Wir sagen ausdrücklich: Tourismus gehört zu Rust. Der Europa-Park ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Aber Tourismus darf nicht dazu führen, dass Rust seine Wohnqualität und seinen dörflichen Charakter verliert.

Ein Dorf ist mehr als Betten, Parkplätze und Buchungskalender.

Die 60/40-Regelung schützt nicht ausreichend

In Rust wird häufig auf die sogenannte 60/40-Regelung verwiesen. Sie soll den Eindruck vermitteln, dass Ferienwohnungen begrenzt und Dauerwohnen gesichert werden.

Doch in der Praxis bleibt fraglich, wie wirksam diese Regel tatsächlich ist.

Denn entscheidend ist nicht, ob eine Quote auf dem Papier erfüllt wird. Entscheidend ist, was am Ende im Wohngebiet entsteht.

Wenn große Dauerwohnflächen rechnerisch mehrere kleinere Ferienwohnungen ausgleichen können, steigt die Zahl der touristischen Einheiten trotzdem weiter. Formal mag die Quote erfüllt sein. Für die Nachbarschaft bedeutet es dennoch mehr Feriengäste, mehr Verkehr, mehr Unruhe und weniger dauerhaftes Wohnen.

Genau deshalb halten wir die 60/40-Regelung in ihrer jetzigen Form für unzureichend. Sie klingt nach Steuerung, wirkt aber oft wie eine nachträgliche Rechtfertigung.

Was Rust jetzt braucht

Rust braucht keine weiteren Beschwichtigungen. Rust braucht klare, überprüfbare und wirksame Maßnahmen zum Schutz von Wohnraum.

Dazu gehören aus unserer Sicht:

  1. transparente Erfassung aller Ferienwohnungen
  2. konsequente Kontrolle bestehender Genehmigungen
  3. klare Grenzen für neue Ferienwohnungen
  4. verbindliche Vorgaben für echtes Dauerwohnen
  5. Schutz gewachsener Wohngebiete
  6. ernsthafte Prüfung von Anreizmodellen wie in Ringsheim
  7. eine offene öffentliche Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern

Unsere Position

Wir bleiben dran, bis in Rust ein Sinneswandel entsteht.

Und wir wiederholen es immer wieder: Wir sind nicht gegen Tourismus. Wir sind gegen eine Entwicklung, bei der Wohnraum schleichend zur Ferienanlage wird.

Andere Gemeinden zeigen, dass Handeln möglich ist. Rust sollte nicht warten, bis aus einem Dorf endgültig ein Unterkunftsstandort geworden ist.

Jetzt ist der Zeitpunkt, umzusteuern.

Siehe auch unseren Beitrag zum Thema Elsass: http://dorfstattferienanlage.de/aktuelles-/#elsass

 

Bürger ernst nehmen heisst auch, kritische Bürger ernst nehmen

15.05.2026

Im Interview mit dem Ettenheimer Heimatboten (Badische Zeitung 15.05.2026, "Das fordert Kai-Achim Klare von seiner SPD") forderte Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare nach der Landtagswahl eine Politik, die Probleme offen benennt, Bürger ernst nimmt und sich stärker an der Lebensrealität der Menschen orientiert.

Wörtlich kritisierte er, dass Probleme nicht „schöngeredet“ oder „wegmoderiert“ werden dürften. Vertrauen könne Politik nur zurückgewinnen, wenn Sorgen offen angesprochen und konkrete Lösungen diskutiert würden.

Diese Aussagen sind richtig und wichtig.

Gerade deshalb stellt sich jedoch die Frage, wie dieser Anspruch im kommunalpolitischen Alltag tatsächlich gelebt wird — insbesondere bei Themen, die viele Bürger in Rust unmittelbar betreffen.

Denn genau darum geht es in der aktuellen Diskussion um Ferienwohnungen, Wohnraummangel, Verkehrsbelastung, touristische Entwicklung und den langfristigen Charakter unseres Dorfes.

Viele Bürger äußern seit längerer Zeit konkrete Sorgen:

  1. bezahlbarer Wohnraum verschwindet,
  2. immer mehr Häuser werden touristisch genutzt,
  3. Infrastruktur und Verkehr geraten an Belastungsgrenzen,
  4. und das Ortsbild verändert sich spürbar.

Diese Sorgen sind keine theoretischen Debatten. Sie betreffen den Alltag vieler Menschen in Rust unmittelbar.

Umso wichtiger wäre ein offener und vertrauensvoller Dialog.

Doch genau hier entsteht bei vielen Bürgern zunehmend der Eindruck, dass kritische Stimmen eher relativiert als ernsthaft aufgegriffen werden. Hinweise und Bedenken werden zwar formal entgegengenommen, viele Menschen haben jedoch das Gefühl, dass die eigentlichen Probleme nicht klar benannt werden.

Dabei gilt gerade in einer demokratischen Gemeinde:

Bürgerbeteiligung darf nicht nur dann erwünscht sein, wenn Zustimmung entsteht. Auch kritische Hinweise und unbequeme Fragen gehören zu einer offenen politischen Kultur.

Niemand erwartet, dass jede Forderung übernommen wird. Unterschiedliche Interessen müssen abgewogen werden — wirtschaftliche Entwicklung ebenso wie Wohnraum, Lebensqualität und der Charakter unseres Dorfes.

Aber wer öffentlich fordert, Probleme offen anzusprechen und Bürger ernst zu nehmen, muss sich auch daran messen lassen, wie mit kritischen Bürgern und ihren Anliegen umgegangen wird.

Vertrauen entsteht nicht durch Formulierungen in Interviews, sondern durch nachvollziehbares Handeln, transparente Entscheidungen und ehrlichen Dialog.

Gerade deshalb wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, Sorgen nicht als Störung wahrzunehmen, sondern als Teil einer wichtigen Diskussion über die Zukunft unseres Dorfes.

Wenn Konzepte auf die Wirklichkeit treffen

30.04.2026

Der folgende erste Teil ist ein persönlicher Erfahrungsbeitrag von Gerhard Link. Er stellt keine offizielle Stellungnahme der Bürgerinitiative als Gesamtes dar. Ab dem Abschnitt „Aus Sicht der Bürgerinitiative“ wird die allgemeine Sicht der Bürgerinitiative aufgegriffen.

Der Zeitungsartikel „Klare: Rust hat Ferienwohnungen im Griff“ (Lahrer Zeitung, 24.04.2026) greift ein Thema auf, das weit über die Frage einzelner Ferienwohnungen hinausgeht. Es geht um Wohnqualität, Tourismus, wirtschaftliche Interessen, kommunale Steuerung — und vor allem um die Frage, wie wirksam Konzepte in der Praxis tatsächlich sind.

Aus meiner Erfahrung als Sicherheitsberater kenne ich diese Situation sehr gut. Konzepte werden erstellt, Ziele werden definiert, Maßnahmen beschrieben und Zuständigkeiten festgelegt. Auf dem Papier wirkt vieles schlüssig, nachvollziehbar und gut durchdacht. Doch die entscheidende Frage kommt meist erst danach: Will man die darin beschriebenen Maßnahmen auch wirklich konsequent angehen?

Denn ein Konzept allein verändert noch nichts. Es schafft Orientierung, benennt Probleme und zeigt Lösungswege auf. Aber wenn Maßnahmen aus Kostengründen, wegen fehlender personeller Ressourcen, politischer Zurückhaltung, rechtlicher Unsicherheiten oder unbequemer Konsequenzen nicht umgesetzt werden, bleibt ein Konzept am Ende nur eine gut sortierte Absichtserklärung.

Genau diesen Punkt macht der Artikel für mich persönlich interessant. Die Gemeinde Rust verweist darauf, dass es Regelungen und ein Konzept zur Steuerung von Ferienwohnungen gibt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die praktische Umsetzung anspruchsvoll ist: Bebauungspläne, rechtliche Rahmenbedingungen, unterschiedliche Interessen, Verwaltungsaufwand und die Frage des Vollzugs spielen eine entscheidende Rolle.

Das ist nachvollziehbar. Trotzdem bleibt für mich die Kernfrage: Reicht es, ein Konzept zu haben — oder ist man auch bereit, die unbequemen Schritte daraus umzusetzen? Gerade wenn Wohnqualität, Tourismus und wirtschaftliche Interessen aufeinandertreffen, wird es selten einfach. Aber genau dann zeigt sich, ob ein Konzept wirklich als Arbeitsgrundlage verstanden wird oder eher als Beruhigungspapier.

Aus Sicht der Bürgerinitiative

Hinzu kommt: Aus Sicht der Bürgerinitiative hat Rust das Maximum an Ferienwohnungen erreicht. Wenn dieser Punkt erreicht ist, reicht es nicht mehr aus, lediglich auf bestehende Konzepte und Regelungen zu verweisen. Dann beginnt der entscheidende Teil der Arbeit: die konsequente Anwendung.

Die Bürgerinitiative erwartet deshalb, dass Hinweisen aus der Bevölkerung ernsthaft, nachvollziehbar und zeitnah nachgegangen wird. Auch Herr Dr. Klare hat im Gespräch mit der Bürgerinitiative im Oktober bereits erwähnt, dass entsprechenden Hinweisen nachgegangen werden soll. Genau daran wird sich die Wirksamkeit des Konzepts messen lassen müssen.

Wenn Hinweise auf unzulässige Nutzungen, Zweckentfremdung oder nicht genehmigte Ferienwohnungen eingehen, dürfen diese nicht im Verwaltungsalltag versanden. Sie müssen dokumentiert, geprüft, bewertet und — sofern sich Verstöße bestätigen — mit den rechtlich möglichen Schritten verfolgt werden. Sonst entsteht bei Bürgerinnen und Bürgern schnell der Eindruck, dass zwar Regeln bestehen, deren Einhaltung aber nicht konsequent eingefordert wird.

Das Thema Ferienwohnungen ist damit nicht nur eine Frage der Planung, sondern auch eine Frage des Vollzugs. Wenn das Maximum erreicht ist, braucht es aus Sicht der Bürgerinitiative keine weiteren Absichtserklärungen, sondern klare Zuständigkeiten, transparente Verfahren und spürbare Konsequenz.

Ein Konzept entfaltet seinen Wert nicht dadurch, dass es existiert, sondern dadurch, dass es angewendet, überprüft und bei Bedarf nachgeschärft wird. Ein kommunales Steuerungskonzept, das nicht konsequent vollzogen wird, löst langfristig keine Konflikte.

Deshalb ist Transparenz entscheidend. Bürgerinnen und Bürger sollten nachvollziehen können, welche Maßnahmen beschlossen wurden, welche bereits umgesetzt sind, welche Hinweise geprüft werden, welche Ergebnisse daraus entstehen und woran es gegebenenfalls scheitert. Nur dann entsteht Vertrauen — nicht durch das Konzept selbst, sondern durch den erkennbaren Willen, daraus konkrete Schritte abzuleiten.

Oder zugespitzt gesagt: Ein Konzept ist ein Werkzeug. Aber irgendjemand muss es auch in die Hand nehmen.

HINWEIS AN BÜRGERINNEN UND BÜRGER

27.04.2026

Wir als Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ sehen den Weg zu mehr Gerechtigkeit in unserer Gemeinde ausschließlich auf sachlicher und rechtsstaatlicher Ebene. Unser Rechtssystem bietet Möglichkeiten, Anliegen vorzutragen, Hinweise zu geben und berechtigte Interessen zu verfolgen — ohne persönliche Angriffe, öffentliche Vorverurteilungen oder unsachliche Auseinandersetzungen.

Bürgerinnen und Bürger, die Hinweise oder Beschwerden — beispielsweise zu möglicherweise nicht genehmigten Ferienwohnungen — anonym einreichen möchten, bitten wir daher, diese direkt an die Gemeindeverwaltung zu senden.

Wir halten es zugleich für wichtig, den Umgang mit anonymen Hinweisen differenziert zu betrachten. Gerade in kleineren Gemeinden kann es nachvollziehbare Gründe geben, Missstände im direkten Wohnumfeld nicht offen mit Namen anzusprechen — etwa aus Sorge vor Spannungen, dauerhaften Konflikten oder persönlichen Anfeindungen. Anonymität ist daher nicht automatisch ein Zeichen fehlender Sachlichkeit oder Glaubwürdigkeit, sondern kann auch dem persönlichen Schutz dienen.

Um größtmögliche Transparenz sicherzustellen, empfehlen wir, eine Kopie des Schreibens zusätzlich an das Landratsamt, Dezernat 2 Baurecht, sowie an die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ zu übermitteln. Bitte vermerken Sie im Schreiben an die Gemeindeverwaltung auch, an welche Stellen eine Kopie des Schreibens gegangen ist.

Damit möchten wir vermeiden, dass zu einem späteren Zeitpunkt der Eindruck entsteht, anonyme Schreiben würden durch die Bürgerinitiative selbst erstellt und an die Gemeinde versendet. Gleichzeitig wird deutlich, dass Hinweise aus der Bürgerschaft eigenständig, nachvollziehbar und über die zuständigen Behördenwege eingebracht werden.

Unser Ziel ist nicht Konfrontation um der Konfrontation willen, sondern ein faires, geordnetes und verantwortungsbewusstes Miteinander in unserer Gemeinde.

Ferienwohnungen in Rust: Zwischen Tourismus, Wohnqualität und berechtigten Sorgen der Bürger

22.04.2026

Die Diskussion um Ferienwohnungen in Rust ist erneut in der Öffentlichkeit angekommen. Die Berichterstattung der vergangenen Tagen zeigt, wie stark dieses Thema die Gemeinde bewegt. Für uns als Bürgerinitiative ist dabei eines besonders wichtig: Es geht nicht um Stimmungsmache gegen den Tourismus und auch nicht um persönliche Empfindlichkeiten einzelner. Es geht um die Frage, wie Rust als Wohnort lebenswert bleiben kann, wenn der Druck auf Wohnraum, Nachtruhe und Nachbarschaften weiter zunimmt.

Worum es uns geht

Rust lebt vom Tourismus. Das stellt niemand ernsthaft infrage. Viele Menschen im Ort profitieren direkt oder indirekt davon, und der Tourismus ist ein zentraler Bestandteil der örtlichen Entwicklung. Rust ist aber nicht nur Tourismusstandort. Rust ist auch Lebensmittelpunkt für Familien, ältere Menschen, Berufstätige und Kinder. Es ist der Ort, an dem Menschen wohnen, schlafen, arbeiten und ihren Alltag gestalten.

Genau an diesem Punkt entsteht die Spannung: Wenn Wohnraum zunehmend touristisch genutzt wird oder wenn Ferienwohnungsnutzung in Bereichen stattfindet, in denen sie nicht zulässig ist, betrifft das nicht nur eine abstrakte planungsrechtliche Frage. Es betrifft die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort.

Die öffentliche Debatte und unser Anliegen

In den Zeitungsberichten der vergangenen Tagen wurde deutlich, dass das Thema Ferienwohnungen in Rust politisch und gesellschaftlich erneut intensiv diskutiert wird. Dabei standen sowohl die Regelungen der Gemeinde als auch die neue Bürgerinitiative und anonyme Hinweise auf mutmaßlich unzulässige Nutzungen im Mittelpunkt.

Aus unserer Sicht ist es wichtig, an dieser Stelle zwei Dinge sauber auseinanderzuhalten:

Zum einen gibt es eine sachliche Diskussion über Bebauungspläne, rechtliche Zulässigkeit und kommunale Steuerung. Zum anderen gibt es die konkrete Erfahrung vieler Anwohner, die Veränderungen im Wohnumfeld sehr direkt spüren. Wer nachts keine Ruhe findet, wer ein schleichendes Verdrängen von Dauerwohnraum beobachtet oder wer den Eindruck hat, dass bestehende Regeln nicht überall eingehalten werden, erlebt diese Entwicklung nicht theoretisch, sondern im Alltag.

Das Gespräch mit der Gemeindeverwaltung

Am 17.10.2025 fand ein Gespräch zwischen Vertretern der Bürgerinitiative und der Gemeindeverwaltung Rust statt. Dieses Gespräch wurde in einem Protokoll dokumentiert, das der Gemeinde am 20.10.2025 übermittelt wurde. Darin ist unter dem Punkt „Vorgehen gegen illegal betriebene Ferienwohnungen“ festgehalten:

„Herr Dr. Klare betonte, dass die Gemeinde konsequent gegen nicht genehmigte Ferienwohnungen vorgehen werde.“ Weiter hält das Protokoll fest, dass verstärkte Überprüfungen der tatsächlichen Nutzung von Immobilien geplant seien, insbesondere in Wohngebieten ohne Ferienwohnungszulassung. Außerdem sagte die Gemeinde zu, gemeldeten Fällen nachzugehen, die Sachverhalte zu prüfen und – soweit rechtlich möglich – Rückmeldungen über das Ergebnis der Prüfung zu geben. 

Für uns ist dieser Punkt wesentlich. Er zeigt, dass das Thema nicht auf bloße Wahrnehmungen oder individuelle Verärgerung reduziert werden kann. Wenn im Gespräch mit der Verwaltung festgehalten wird, dass konsequentes Vorgehen, verstärkte Überprüfungen und die Prüfung gemeldeter Fälle vorgesehen sind, dann ist klar: Es geht um ein reales und relevantes Problemfeld. 

Warum Bürger Hinweise manchmal anonym geben

Ein weiterer Punkt, der in der öffentlichen Diskussion oft zu kurz kommt, ist der Umgang mit anonymen Hinweisen. In der Berichterstattung wurde die Anonymität teilweise problematisiert. Wir halten es für notwendig, hier auch die andere Seite sichtbar zu machen.

Nicht jeder Mensch kann Missstände im direkten Wohnumfeld offen mit Namen ansprechen, ohne persönliche Folgen befürchten zu müssen. Gerade in kleineren Gemeinden kann die Sorge vor Spannungen, dauerhaften Konflikten oder persönlichen Anfeindungen sehr real sein. Wer Tür an Tür lebt, begegnet sich nicht nur einmal, sondern jeden Tag. Darum ist Anonymität nicht automatisch Ausdruck von Unsachlichkeit oder fehlender Glaubwürdigkeit. Sie kann auch eine nachvollziehbare Form des Selbstschutzes sein.

Entscheidend sollte deshalb nicht zuerst sein, wer einen Hinweis gibt, sondern ob der Inhalt berechtigt ist und sorgfältig geprüft wird.

Es geht nicht um ein Gegeneinander

Die Diskussion wird schnell zugespitzt: hier Tourismus, dort Anwohner; hier wirtschaftliche Interessen, dort Beschwerden. Doch so einfach ist die Wirklichkeit nicht. Viele Bürgerinnen und Bürger, die auf Missstände hinweisen, sind nicht gegen Rust, nicht gegen Gäste und nicht gegen Entwicklung. Im Gegenteil: Sie setzen sich gerade deshalb ein, weil ihnen an ihrem Ort etwas liegt.

Es geht nicht darum, Rust schlechtzureden. Es geht darum, frühzeitig auf Entwicklungen hinzuweisen, die Wohnqualität, soziale Balance und das Miteinander im Ort belasten können. Wer Probleme benennt, ist nicht automatisch ein Störfaktor. Oft sind es gerade diese Hinweise, die helfen, Fehlentwicklungen überhaupt sichtbar zu machen.

Unser Appell

Wir wünschen uns eine Debatte, die weder abwertet noch vereinfacht. Eine Debatte, die Raum lässt für die berechtigten Interessen der Gemeinde, des Tourismus und der Bürgerschaft. Und vor allem eine Debatte, die anerkennt, dass Wohnqualität, Nachtruhe und der Schutz von Dauerwohnraum keine Nebensächlichkeiten sind, sondern zentrale Voraussetzungen für ein funktionierendes Gemeinwesen.

Rust braucht Augenmaß. Regeln müssen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch nachvollziehbar angewendet werden. Hinweise aus der Bürgerschaft sollten ernst genommen und sachlich geprüft werden. Und wer seine Sorge um den Ort ausspricht, sollte nicht vorschnell als Verhinderer oder Querulant eingeordnet werden.

Am Ende geht es um Verantwortung für den eigenen Ort. Und Verantwortung beginnt oft mit etwas sehr Einfachem: genau hinzuhören.

Breit gestreutes Schreiben offenbart Frust und Verunsicherung in Rust

19.04.2026

Der Bürgerinitiative Rust liegt eine Kopie eines Schreibens vor, das an die Gemeindeverwaltung gerichtet wurde und in dem mehrere mutmaßlich nicht genehmigte Ferienwohnungen beziehungsweise Ferienappartements im Gemeindegebiet gemeldet werden.

Nach unseren Informationen wurde dieses Schreiben nicht nur an die Gemeindeverwaltung gesendet, sondern auch in Kopie an verschiedene weitere Stellen in Rust und darüber hinaus. Dazu zählen unter anderem die Gemeinderatsfraktionen der unterschiedlichen Parteien sowie das Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg, Dezernat 2 Baurecht, und weitere Empfänger.

Auch wenn das Schreiben selbst anonym verfasst wurde, ist sein Inhalt aus Sicht der Bürgerinitiative sehr ernst zu nehmen. Denn es zeigt deutlich, wie groß die Verunsicherung und der Frust in Teilen der Bürgerschaft inzwischen geworden sind. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger äußern ihre Sorge über die Auswirkungen des zunehmenden Tourismus – insbesondere im Zusammenhang mit der Ausweitung von Ferienwohnungen und dem damit verbundenen Druck auf den regulären Wohnraum.

Dass ein solches Schreiben offenbar bewusst breit gestreut wurde, unterstreicht die Dringlichkeit des Anliegens. Gleichzeitig ist es ein deutliches Signal dafür, dass sich einzelne Bürger nicht mehr ausreichend gehört fühlen und andere Wege suchen, um auf Missstände aufmerksam zu machen.

Die Bürgerinitiative wird die in dem Schreiben genannten Adressen aufgreifen und in einer strukturierten Übersicht erfassen. Ziel ist es, auf dieser Grundlage bei der Gemeindeverwaltung den aktuellen Stand der Prüfungen abzufragen und transparent nachzuhalten, welche Fälle bearbeitet werden und welche Ergebnisse daraus hervorgehen.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine Vorverurteilung einzelner Eigentümer oder Betriebe. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Erwartung, dass geltende Regelungen konsequent überprüft und – wo erforderlich – auch durchgesetzt werden. Nur so kann Vertrauen entstehen, dass die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden.

Rust lebt vom Tourismus – und das ist unbestritten. Gleichzeitig braucht der Ort aber auch ausreichend Wohnraum, funktionierende Nachbarschaften und ein stabiles soziales Miteinander. Wenn zunehmend der Eindruck entsteht, dass ganze Häuser oder Wohnungen dem regulären Wohnungsmarkt entzogen werden, wächst verständlicherweise die Sorge um die Zukunft des Ortes.

Die nun bekannt gewordenen Hinweise sind aus Sicht der Bürgerinitiative daher kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines tieferliegenden Problems. Wir erwarten, dass die zuständigen Stellen – sowohl auf kommunaler als auch auf Kreisebene – diese Hinweise ernst nehmen, sorgfältig prüfen und transparent kommunizieren, welche Maßnahmen ergriffen werden.

Die Bürgerinnen und Bürger haben ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, dass ihre Sorgen nicht nur registriert, sondern auch konkret bearbeitet werden.

60/40 in Rust: Nicht nur eine Rechenfrage - sondern eine Frage der Verantwortung des Gemeinderates

15.04.2026 

Das Bauvorhaben in der Kleophastraße 3 ist längst mehr als ein Einzelfall. Es macht ein grundlegendes Problem sichtbar: Wie ernst meint es die Gemeinde Rust mit dem Schutz des Dauerwohnens – und welche Verantwortung trägt der Gemeinderat dabei?

Denn die zentrale Frage lautet nicht nur, ob eine 60/40-Regelung rechnerisch irgendwie dargestellt werden kann. Die eigentliche Frage ist, ob dieses Instrument den Ort tatsächlich schützt – oder ob es in der Praxis so flexibel angewandt wird, dass am Ende vor allem die touristische Nutzung wächst, während das Dauerwohnen weiter unter Druck gerät.

Der Gemeinderat trägt die politische Verantwortung

Der Gemeinderat ist nicht bloß Zuschauer solcher Entwicklungen. Er ist die gewählte Vertretung der Bürger und trägt die politische Verantwortung dafür, wie sich Rust entwickelt. Gerade in einer Gemeinde wie Rust, in der das Spannungsfeld zwischen Tourismus und Wohnen seit Jahren immer deutlicher wird, muss der Gemeinderat dafür sorgen, dass Steuerungsinstrumente nicht nur gut klingen, sondern auch tatsächlich wirken.

Wenn der Schutz des Dauerwohnens politisch gewollt ist, dann muss der Gemeinderat darauf achten, dass Regeln klar, nachvollziehbar und verbindlich angewandt werden. Eine Regelung, die in der öffentlichen Wahrnehmung Schutz verspricht, in der praktischen Anwendung aber immer neue Fragezeichen erzeugt, beschädigt das Vertrauen in kommunale Entscheidungen.

Genau hier beginnt das Problem

Im Fall Kleophastraße 3 wurde deutlich, dass die 60/40-Regelung nach Darstellung des Bauamts nicht nur anhand des konkret beantragten Vorhabens betrachtet wird, sondern auch unter Einbeziehung von Flächen, die derzeit gar nicht beantragt sind, sondern nur theoretisch möglich wären.

Gleichzeitig wird erklärt, dass die 60/40-Regelung in diesem Bereich mangels rechtsverbindlichem Bebauungsplan gar nicht verbindlich sei, sondern nur freiwillig angewandt werde.

Genau diese Kombination ist für viele Bürger kaum nachvollziehbar:

  1. Eine Regelung ist offiziell nicht verbindlich, spielt aber praktisch trotzdem eine wichtige Rolle.
  2. Die Einhaltung wird nicht nur anhand des real beantragten Zustands beurteilt, sondern unter Einbeziehung theoretischer Flächen.
  3. Und gleichzeitig bleibt unklar, wie das Dauerwohnen im tatsächlich genehmigten und später realisierten Zustand gesichert werden soll.

Damit wird aus einer angeblich steuernden Regelung schnell eine bloße Rechenlogik, die für Bürger kaum noch verständlich ist.

Die Verantwortung des Gemeinderats endet nicht beim Grundsatzbeschluss

Der Gemeinderat hat 2018 mit dem Konzept zur Steuerung von Beherbergungsbetrieben und Ferienwohnungen grundsätzlich anerkannt, dass Rust in besonderer Weise geschützt werden muss. Das war richtig und notwendig.

Aber ein Grundsatzbeschluss allein genügt nicht.

Der Gemeinderat trägt auch Verantwortung dafür, wie solche Regelungen später angewandt werden. Er muss sich fragen:

  1. Wird die 60/40-Regelung tatsächlich so angewandt, dass Dauerwohnen geschützt wird?
  2. Sind die Entscheidungsmaßstäbe für Bürger nachvollziehbar?
  3. Gibt es verbindliche Kriterien oder nur flexible Einzelfalllösungen?
  4. Und wird der Ort tatsächlich gesteuert – oder nur formal verwaltet?

Wer eine Regelung politisch beschließt, trägt auch Verantwortung dafür, wenn ihre praktische Wirkung zweifelhaft wird.

Gerade in Rust geht es um mehr als Baurecht

In Rust geht es längst nicht mehr nur um einzelne Bauanträge. Es geht um die grundsätzliche Entwicklung des Ortes.

  1. Wie viel Dauerwohnen bleibt im Ortskern erhalten?
  2. Wie stark nehmen Ferienwohnungen zu?
  3. Wie wirken sich Lärm, Stellplatzdruck und häufige Gästewechsel auf die Nachbarschaften aus?
  4. Und wo liegt die Grenze zwischen touristischer Entwicklung und dem Verlust eines lebendigen Dorfes?

Diese Fragen sind nicht rein verwaltungstechnisch. Sie sind politisch. Und genau deshalb ist der Gemeinderat in der Verantwortung.

Er darf sich nicht darauf beschränken, auf Verwaltungsvorlagen oder auf formale Berechnungen zu verweisen. Er muss prüfen, ob die Instrumente, auf die sich die Gemeinde beruft, in der Realität überhaupt das leisten, was sie leisten sollen.

Transparenz ist keine Nebensache

Wenn Bürger den Eindruck gewinnen, dass wichtige Maßstäbe nur intern bekannt sind, dass mit theoretischen Flächen gerechnet wird und dass unklar bleibt, welche Regeln tatsächlich verbindlich sind, dann entsteht ein Vertrauensproblem.

Deshalb haben wir als Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ den Bürgermeister angeschrieben und um eine klare, verständliche und öffentliche Erklärung der 60/40-Regelung gebeten. Aus unserer Sicht geht es dabei nicht um eine Detailfrage für Fachleute, sondern um eine Grundsatzfrage kommunaler Glaubwürdigkeit.

Wenn eine Gemeinde mit dem Schutz des Dauerwohnens argumentiert, muss sie auch erklären können, wie dieser Schutz konkret funktioniert.

Der Gemeinderat muss entscheiden, was Rust sein soll

Letztlich steht hinter der Debatte eine einfache, aber entscheidende Frage:
Will Rust ein Dorf mit lebendiger Wohnbevölkerung bleiben – oder entwickelt sich der Ort immer weiter in Richtung touristisch geprägter Feriennutzung?

Diese Entscheidung fällt nicht durch Zufall. Und sie fällt auch nicht allein im Bauamt. Sie ist eine politische Richtungsentscheidung, für die der Gemeinderat Verantwortung trägt.

Er muss festlegen, ob Regeln nur auf dem Papier bestehen oder ob sie wirklich den Charakter des Ortes schützen sollen.
Er muss für Klarheit sorgen, wo heute Unklarheit herrscht.
Und er muss darauf achten, dass aus einem Steuerungsinstrument keine bloße Worthülse wird.

Unser Fazit

Die Diskussion um die 60/40-Regelung in Rust ist deshalb nicht nur eine Frage von Flächenberechnungen. Sie ist ein Test dafür, wie ernst der Gemeinderat seine Verantwortung für den Ort nimmt.

Wer Dauerwohnen schützen will, muss dafür sorgen, dass Schutz nicht nur behauptet, sondern auch nachvollziehbar und verbindlich umgesetzt wird.

Gerade in Rust braucht es keinen Gemeinderat, der Entwicklungen nur begleitet. Es braucht einen Gemeinderat, der sie im Interesse der Bürger aktiv steuert.

Fledermausschutz: Symbolik vs. Realität

05.04.2026

Die Gemeinde Rust zeigt nach außen ein klares Engagement für den Natur- und Artenschutz. Aktionen wie das Aufhängen von Fledermaus- und Vogelkästen setzen sichtbare Zeichen und werden öffentlich positiv kommuniziert.

So wird in einem Instagram-Beitrag der Gemeinde Rust vom 27. März 2026 betont, dass „die 15 Fledermauskästen und 20 Vogelhäuschen […] in den nächsten Wochen im gesamten Gemeindegebiet aufgehängt“ werden.

Solche Initiativen sind sinnvoll und verdienen Anerkennung. Sie vermitteln das Bild einer Gemeinde, die Verantwortung für ihre Umwelt übernimmt.

Doch wie belastbar ist dieses Engagement, wenn konkrete Eingriffe in bestehende Lebensräume anstehen?

Konkrete Hinweise – unklare Reaktion

Im Zuge des geplanten Abrisses einer Scheune in der Kleophastraße 3 haben Anwohner mehrfach auf mögliche Fledermausvorkommen hingewiesen. Beobachtet wurden wiederkehrende Flugbewegungen im direkten Umfeld des Gebäudes – ein Hinweis, der in der Praxis häufig auf eine Nutzung als Quartier schließen lässt.

Diese Beobachtungen wurden sowohl formell im Verfahren als auch direkt gegenüber der Gemeinde kommuniziert. 

Eine nachvollziehbare fachliche Auseinandersetzung mit diesen Hinweisen bleibt jedoch bislang aus. 

Formale Zuständigkeit ersetzt keine Prüfung

Die Gemeinde verweist darauf, dass die Verantwortung für artenschutzrechtliche Prüfungen beim Bauherrn liege. Diese Aussage ist rechtlich korrekt – greift jedoch zu kurz. 

Denn gerade bei konkreten Hinweisen auf geschützte Arten stellt sich nicht die Frage, wer formal zuständig ist, sondern ob und wie eine Prüfung tatsächlich erfolgt. 

Bis heute bleibt offen:
Wurde eine spezifische Untersuchung zu Fledermäusen durchgeführt oder zumindest veranlasst? 

Wenn Anspruch und Praxis auseinanderfallen

Die Diskrepanz wird deutlich: Während öffentlich von „jährlich wiederkehrenden“ Naturschutzaktionen gesprochen wird, bleibt bei einem konkreten Bauvorhaben unklar, ob potenziell betroffene Lebensräume überhaupt geprüft werden. 

Gerade Gebäude wie Scheunen sind bekannte Rückzugsorte für Fledermäuse. Wird hier nicht sorgfältig hingeschaut, besteht die reale Gefahr, dass geschützte Quartiere unbemerkt zerstört werden. 

Naturschutz zeigt sich nicht im Symbolischen – sondern im Umgang mit genau solchen Situationen. 

Ein strukturelles Problem

Der gesetzliche Artenschutz kann seine Wirkung nur entfalten, wenn er auch praktisch umgesetzt wird. 

Kritisch wird es, wenn:

  1. Hinweise aus der Bevölkerung nicht fachlich bewertet werden
  2. keine Transparenz über Untersuchungen besteht
  3. Verantwortung ausschließlich formal weitergereicht wird 

Dann entsteht eine Lücke zwischen Regelwerk und Realität. 

Unser Appell

Wir fordern:

  1. eine fachlich fundierte Prüfung der vorliegenden Hinweise
  2. transparente Auskunft darüber, ob und durch wen artenschutzrechtliche Untersuchungen erfolgen
  3. eine aktive Rolle der zuständigen Stellen bei der Sicherstellung des Artenschutzes 

Naturschutz darf nicht bei gut sichtbaren Maßnahmen enden. Er muss sich gerade dort bewähren, wo konkrete Eingriffe stattfinden. 

Denn nur so bleibt Vertrauen erhalten – und nur so wird aus Engagement tatsächlich wirksamer Schutz.

Merkblatt für Betroffene: Nächtliche Ruhestörungen durch Nachbarn

03.04.2026

Nächtliche Ruhestörungen durch Nachbarn sind nicht nur belastend, sondern können auch rechtlich unzulässig sein. Unser Merkblatt bietet Ihnen einen klaren und verständlichen Überblick über Ihre Rechte sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten bei wiederkehrendem Lärm. Sie erfahren, wann Polizei und Ordnungsamt zuständig sind, wie Sie Vorfälle richtig dokumentieren und welche Schritte erforderlich sind, um eine nachhaltige Verbesserung der Situation zu erreichen. Darüber hinaus erhalten Sie praktische Hinweise, wie Sie Ihre Anliegen strukturiert und nachvollziehbar gegenüber Behörden vorbringen können.

Durch klicken auf den grünen Button könnt Ihr das Merkblatt herunterladen.

60/40-Regelung in Rust: Steuerungsinstrument oder leere Worthülse?

26.03.2026

Ein Bauvorhaben in der Kleophastraße 3 in Rust wirft grundsätzliche Fragen zur Baupraxis der Gemeinde auf – mit Bedeutung weit über den Einzelfall hinaus.

Bereits im vergangenen Jahr wurde das Projekt öffentlich diskutiert und war Gegenstand eines Fernsehberichts. Seitdem hat sich das Verfahren weiterentwickelt – allerdings ohne mehr Klarheit zu schaffen.

Der Verlauf in Kürze

  • 07.07.2025: Ablehnung des Bauvorhabens durch den Bauausschuss mit der Forderung nach Umplanung und Erhalt der Grünfläche. Andernfalls wurde eine zweijährige Veränderungssperre in Aussicht gestellt.
  • Danach: Überarbeitung und erneute Einreichung. 
  • 02.02.2026: Wieder auf der Tagesordnung. Angrenzer stellen Unstimmigkeiten in der 60/40-Berechnung fest (z. B. fehlendes Dachgeschoss).
  • Das Vorhaben wird am Sitzungstag kurzfristig abgesetzt. 
  • 09.03.2026: Erneute Behandlung mit „Nachberechnung“. Das Vorhaben wird genehmigt.
  • Nachträgliche Einsicht: Die 60/40-Regelung wird unter Einbeziehung „fiktiver“ Flächen eingehalten – also Flächen, die weder beantragt noch baulich gesichert sind.

Die zentrale Frage

Die Gemeinde argumentiert:

  • Die 60/40-Regelung sei nicht verbindlich (kein Bebauungsplan), 
  • werde aber freiwillig angewendet, 
  • und bemesse sich an der maximal möglichen Bebauung.

Doch genau hier entstehen Zweifel:

Wie belastbar ist eine Berechnung auf rein theoretischer Grundlage? 

  • Wie sinnvoll ist eine Regelung, die rechnerisch eingehalten wird, aber praktisch nicht sichergestellt ist? 
  • Und welchen Wert hat eine „freiwillige“ Anwendung ohne verbindliche Kontrolle?

Aus Sicht vieler Betroffener wird die 60/40-Regelung so zu einer leeren Worthülse.

Dauerwohnen unter Druck
Gerade in Rust ist das Verhältnis zwischen Dauerwohnen und Feriennutzung entscheidend.


Dabei ist gesetzlich angelegt, dass Ferienwohnungen nur eine untergeordnete Rolle spielen sollen (§ 13a BauNVO). Wenn die Einhaltung jedoch über „fiktive“ Flächen konstruiert wird, stellt sich die Frage nach der tatsächlichen Wirkung dieser Vorgabe.

Planung oder situative Anwendung?

Zusätzlich wirft der Umgang mit Planungsinstrumenten Fragen auf:

  • Ein Bebauungsplan wird seit Jahren diskutiert, ohne Rechtskraft. 
  • Gleichzeitig wird er punktuell herangezogen. 
  • Parallel wurde eine Veränderungssperre in Aussicht gestellt. 

Auch der Ablauf – Absetzung am 02.02. und Genehmigung nach „Nachberechnung“ – ist schwer nachvollziehbar.

Fazit
Der Fall Kleophastraße 3 steht exemplarisch für eine zentrale Frage:

Wie verbindlich und transparent sind kommunale Steuerungsinstrumente tatsächlich?


Gerade in einer touristisch geprägten Gemeinde wie Rust ist ein verlässlicher Umgang mit diesem Thema entscheidend.

Ihre Meinung
Ist die 60/40-Regelung ein wirksames Instrument – oder nur Theorie?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung: info@dorfstattferienanlage.de
 

Raus aus der Wohnung – rein in die Ferienvermietung?

25.03.2026

Uns ist zu Ohren gekommen, dass es in Rust Vermieter gibt, die offenbar versuchen, langjährige Mieter gezielt aus ihren Wohnungen zu drängen, mit dem Ziel, diese anschließend in Ferienwohnungen umzuwandeln.

Diese Entwicklung betrachten wir mit großer Sorge.

Wohnraum ist kein beliebiges Wirtschaftsgut, sondern die Grundlage für ein sicheres und stabiles Leben. Gerade in einer Gemeinde wie Rust, die stark vom Tourismus geprägt ist, braucht es ein gesundes Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz der Menschen, die hier dauerhaft leben.

Wenn Mieter durch Druck, Schikanen oder gezielte Maßnahmen „herausgeekelt“ werden, überschreitet das nicht nur moralische Grenzen, es gefährdet auch den sozialen Zusammenhalt unserer Gemeinde.

Solche Entwicklungen dürfen nicht stillschweigend hingenommen werden. Es braucht Aufmerksamkeit, Austausch und eine klare Haltung innerhalb der Gemeinschaft.

Wir rufen alle Betroffenen und Beobachter dazu auf, sich zu melden und ihre Erfahrungen zu teilen. Nur gemeinsam können wir Missstände sichtbar machen und Veränderungen anstoßen.

mailto:info@dorfstattferienanlage.de

Erstes Treffen der Bürgerinitiative: Engagierter Austausch

20.03.2026 

Am 19. März 2026 fand im Gasthaus Schützen in Herbolzheim die erste Informations- und Auftaktversammlung unserer Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ statt. Mit dieser Veranstaltung wollten wir interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammenbringen, über die Hintergründe unserer Initiative informieren und einen offenen Austausch ermöglichen.

Inhalt und Ablauf der Versammlung

Die Versammlung wurde maßgeblich durch die Vorträge unserer Sprecher Gerhard Link und Dirk Knop geprägt. Beide stellten dar, wie es zur Gründung unserer Bürgerinitiative kam. Ausgangspunkt war ein konkretes Bauvorhaben mit Ferienwohnungen im direkten Wohnumfeld. Vielen Anwohnern wurde dabei erstmals bewusst, dass solche Entwicklungen auch unmittelbar vor der eigenen Haustür entstehen können.

Wie wir im Verlauf der Veranstaltung feststellen konnten, waren nicht nur ältere Bürgerinnen und Bürger vertreten. Auch jüngere Menschen nahmen teil – Menschen, denen Rust am Herzen liegt und die sich aktiv für die Zukunft ihres Ortes einsetzen möchten.

Diese generationenübergreifende Beteiligung hat uns besonders gefreut und zeigt, wie breit das Interesse in der Bevölkerung verankert ist. Wir hoffen, durch unsere Arbeit und solche Veranstaltungen weitere engagierte Bürgerinnen und Bürger für die Bürgerinitiative gewinnen zu können. Denn gemeinsam sind wir stärker – und verfügen über ein vielfältigeres Wissen, unterschiedliche Perspektiven und mehr Gestaltungskraft.

Im Austausch mit weiteren Bürgerinnen und Bürgern zeigte sich schnell, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Ähnliche Entwicklungen und Herausforderungen betreffen mehrere Bereiche der Gemeinde. Aus dieser gemeinsamen Erkenntnis heraus entstand schließlich der Entschluss, unsere Bürgerinitiative zu gründen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung haben wir unsere Ziele vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen für uns der Erhalt der Lebensqualität, der Schutz des dörflichen Charakters sowie die Begrenzung der Umwandlung von Wohnraum in Ferienunterkünfte. Gleichzeitig ist uns wichtig zu betonen: Tourismus gehört zu unserer Region – aber er darf nicht auf Kosten der Dorfgemeinschaft gehen. Es braucht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Nutzung und lebenswertem Wohnraum.

Darüber hinaus haben wir über unsere bisherigen Aktivitäten berichtet. Dazu zählen Gespräche mit der Gemeindeverwaltung, mediale Berichterstattung sowie konkrete Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger – etwa bei Einwendungen oder Beschwerden. Ebenso haben wir einen Ausblick auf unsere nächsten Schritte gegeben, darunter regelmäßige Informationsveranstaltungen und eine stärkere Vernetzung innerhalb der Initiative.

Austausch und Stimmung

Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich eine sehr lebhafte und engagierte Diskussion. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen zu schildern, Fragen zu stellen und ihre Sichtweisen einzubringen.

Für uns als Bürgerinitiative war besonders spürbar, wie groß das Interesse und der Gesprächsbedarf zu diesem Thema sind. Die Gespräche waren geprägt von Offenheit, gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Wunsch, die Entwicklung unseres Ortes aktiv mitzugestalten.

Fazit und Ausblick

Die Resonanz auf unsere erste Versammlung war durchweg positiv und hat uns in unserer Arbeit bestärkt. Besonders gefreut hat uns, dass viele Interessierte den Wunsch geäußert haben, solche Veranstaltungen künftig regelmäßig durchzuführen.

Für uns ist klar: Der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern ist ein zentraler Bestandteil unserer Initiative. Wir werden diesen Dialog weiterführen, informieren und gemeinsam Lösungen voranbringen.

Die Auftaktveranstaltung war für uns ein wichtiger erster Schritt. Sie hat gezeigt, wie viel Engagement und Zusammenhalt in unserer Gemeinde steckt – und genau darauf wollen wir aufbauen.

Wohnraum ausgebremst – Tourismus willkommen?

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Ein Bericht der Badischen Zeitung („Den Bau-Turbo flott ausgebremst“, 14.03.2026) zeigt, wie Bauprojekte für Wohnraum schnell gestoppt werden können – trotz politischer Versprechen, den Wohnungsbau zu beschleunigen.

Viele Bürger stellen sich deshalb eine grundlegende Frage:
Warum scheint Wohnraum oft schwieriger zu entstehen als Ferienwohnungen?

Als Bürgerinitiative haben wir dazu einen kurzen Bericht verfasst und die möglichen Hintergründe beleuchtet.

Den vollständigen Bericht könnt ihr hier herunterladen (auf Button klicken):

Kleophastraße 3 steht stellvertretend für eine Entwicklung in Rust

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In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde über das Bauvorhaben in der Kleophastraße 3 entschieden. Die geplante Bebauung mit mehreren Wohneinheiten, darunter auch Ferienwohnungen, hat in den vergangenen Wochen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Diskussionen gesorgt.

Dabei geht es aus unserer Sicht nicht nur um dieses eine Grundstück. Das Bauvorhaben in der Kleophastraße steht stellvertretend für eine Entwicklung, die in Rust seit einigen Jahren zu beobachten ist: Immer häufiger entstehen Bauprojekte mit Ferienwohnungen in Wohngebieten, die ursprünglich vor allem dem dauerhaften Wohnen dienten.

Als Bürgerinitiative haben wir die Entwicklung rund um dieses Bauvorhaben sowie die Diskussion im Bauausschuss aufmerksam verfolgt. Aus unserer Sicht wirft dieses Projekt grundlegende Fragen auf: zur zukünftigen Entwicklung unseres Ortes, zum Umgang mit Ferienwohnungen und zur Rolle der Bürgerbeteiligung.

Aus diesem Grund haben wir ein ausführliches Statement verfasst. Darin ordnen wir die Entscheidung des Bauausschusses ein und beleuchten verschiedene Aspekte, die aus unserer Sicht für viele Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung sind.

Im Statement gehen wir unter anderem auf folgende Punkte ein:

  • die Entscheidung des Bauausschusses
  • die Entwicklung von Bauprojekten und Ferienwohnungen in Rust
  • die Rolle der Angrenzer und deren Einwendungen
  • die Bedeutung von Bürgerbeteiligung
  • sowie die Möglichkeiten, Bauvorhaben rechtlich überprüfen zu lassen

Das vollständige Statement stellen wir als PDF zum Download zur Verfügung.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich selbst ein Bild zu machen und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die zukünftige Entwicklung unseres Ortes betrifft uns alle.

Das vollständige Statement kann hier heruntergeladen werden (Klick auf den Button):

Nicht alles, was wächst, stärkt das Dorf

26.02.2026

Die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ begrüßt die transparente Darstellung der Haushaltslage der Gemeinde Rust in der Badischen Zeitung vom 26.02.2026, sieht jedoch strukturelle Risiken hinter den soliden Zahlen. Die finanzielle Stärke beruhe wesentlich auf hohen Gewerbesteuereinnahmen im Umfeld des Europa-Park und mache den Haushalt anfällig für Schwankungen im Tourismussektor. 

Investitionen seien richtig, müssten jedoch primär den Bedürfnissen der Bürgerschaft dienen und nicht allein Wachstumsfolgen ausgleichen. Zentral sei zudem der Schutz von Dauerwohnraum gegenüber einer weiteren Ausweitung von Ferienwohnungen. Wohnraum sichere soziale Stabilität und dörfliche Identität. Verantwortung bedeute daher Begrenzung, Diversifizierung und eine langfristig ausgewogene Entwicklung.


Die vollständige Stellungnahme ist im beigefügten Dokument nachzulesen. 

Bitte den Button anklicken um das Dokument herunterzuladen: 

Nachhaltige Gemeindeentwicklung braucht belastbare Wasser- und Abwassernetze

26.02.2026

Die Diskussion im Gemeinderat hat gezeigt, wie wichtig eine zukunftsfähige Wasserinfrastruktur für Rust ist.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass das Trinkwassernetz strukturell überprüft wird. Eine vorausschauende Analyse stärkt die Versorgungssicherheit – gerade in einer wachsenden Gemeinde mit steigenden Gästezahlen rund um den Europa-Park.

Unser Schwerpunkt liegt jedoch beim Abwassersystem. Trotz Investitionen von 3,4 Mio. Euro stellt sich die Frage, ob insbesondere das ältere Kanalnetz im Ortskern für heutige Verdichtung und touristische Spitzen dauerhaft ausgelegt ist. Beispiel Ritterstraße: mehr Ferien- und Gästehäuser sowie ein Neubau mit 40 Wohneinheiten erhöhen die Gleichzeitigkeit der Nutzung deutlich.

Wir sprechen nicht von einem Notstand, sondern von struktureller Vorsorge.

Unsere vollständige Stellungnahme finden Sie im verlinkten Dokument.

Bitte den Button anklicken um das Dokument herunterzuladen: 

Morgendliche Treffen in Lissabon - und ein Blick nach Rust

23.02.2026

Während meiner Reise nach Lissabon und durch kleinere Orte in der Umgebung ist mir etwas sehr Positives aufgefallen: die kleinen Cafés am Morgen.

Schon früh sitzen dort vor allem ältere Menschen zusammen. Sie trinken einen Kaffee, essen vielleicht ein kleines Gebäck – und reden. Über das, was im Ort passiert. Über Familie. Über Neuigkeiten. Es wird diskutiert, erzählt und viel gelacht.

Diese Treffen sind nichts Besonderes im Sinne eines Events. Sie sind Alltag. Man verabredet sich nicht extra – man kommt einfach. Es ist ein fester Bestandteil des Tages.

Ein Café als sozialer Mittelpunkt

Diese Cafés sind mehr als nur Orte zum Kaffeetrinken. Sie sind Treffpunkte für die Gemeinschaft. Wer wissen möchte, was im Dorf los ist, setzt sich morgens dorthin. Man gehört dazu, bleibt im Austausch und fühlt sich verbunden.

Es ist offen, ungezwungen und selbstverständlich. Kein Verein, keine Anmeldung, keine feste Gruppe – sondern ein natürlicher Ort der Begegnung.

Der Blick nach Rust

Wenn ich das mit Rust vergleiche, fällt der Unterschied deutlich auf.

Rust ist stark vom Tourismus geprägt – vor allem durch den Europa-Park. Das bringt wirtschaftliche Stärke, Arbeitsplätze und internationale Gäste. Doch es verändert auch die Struktur des Ortes.

Viele Gasthäuser und Cafés sind klar auf Touristen ausgerichtet. Öffnungszeiten, Preise, Angebote – alles ist auf Besucher zugeschnitten, die für ein Wochenende oder einen Urlaub kommen. Das ist verständlich und wirtschaftlich sinnvoll.

Was dabei jedoch kaum Raum bekommt, ist ein täglicher Treffpunkt für die Bürger selbst.

Natürlich gibt es Veranstaltungen wie Altennachmittage oder organisierte Treffen. Doch das sind geplante Termine – kein spontaner, täglicher Austausch. Ein Ort, an dem man einfach morgens hingeht und weiß: „Dort treffe ich jemanden“, existiert in dieser Form nicht.

Wenn Tourismus den Alltag überlagert

Tourismus bringt Leben in einen Ort – aber er kann auch das Alltägliche verdrängen.

Wo Räume hauptsächlich für Gäste gestaltet werden, bleibt weniger Platz für gewachsene, informelle Begegnungen der Einheimischen. Cafés werden zu Serviceorten, nicht zu sozialen Zentren. Der Fokus liegt auf Durchlauf, nicht auf Verweilen.

So entsteht eine gewisse Lücke: wirtschaftlich erfolgreich, aber im Alltag weniger gemeinschaftlich.

Persönliches Fazit

Die morgendlichen Szenen in Lissabon haben mir gezeigt, wie wichtig solche einfachen Treffpunkte sind. Ein Café kann viel mehr sein als ein Ort für Kaffee – es kann ein Stück soziale Heimat sein.

In einem stark touristisch geprägten Ort wie Rust wäre genau so ein Raum vielleicht besonders wertvoll: ein Ort nicht für Gäste, sondern für die Menschen, die dort leben.

Manchmal sind es nicht große Projekte, die Gemeinschaft stärken – sondern ein kleiner Tisch, zwei Tassen Kaffee und ein Gespräch am Morgen. 

-23.02.2026 Gerhard Link- 

Ein positives Beispiel für vorausschauendes Handeln

08.02.2026

Als Bürgerinitiative verstehen wir unsere Aufgabe darin, kritisch zu begleiten, Fragen zu stellen und auf Entwicklungen hinzuweisen, die unser Dorf verändern. Doch Glaubwürdigkeit entsteht auch dadurch, dass man gute Arbeit anerkennt, wenn sie geleistet wird. Genau das möchten wir heute bewusst tun.

Im Bereich Bevölkerungsschutz zeigt die Gemeinde Rust seit einiger Zeit ein Vorgehen, das Respekt verdient. Hier wird nicht nur reagiert, wenn eine Krise bereits eingetreten ist – hier wird geplant, vorbereitet und vorausschauend gehandelt. Für uns ist das ein Musterbeispiel dafür, wie verantwortungsvolle Kommunalpolitik aussehen kann.

Die Gemeinde hat das Thema klar strukturiert angepackt. Auf der offiziellen Internetseite finden Bürgerinnen und Bürger inzwischen einen eigenen Bereich zum Bevölkerungsschutz. Dort werden Warnsysteme erklärt, Ansprechpartner genannt und Hinweise zur persönlichen Vorsorge gegeben. Das ist mehr als reine Information – es ist gelebte Transparenz und Bürgernähe. Man spürt: Die Verwaltung möchte, dass die Menschen vorbereitet sind und sich sicher fühlen.

Noch wichtiger ist der organisatorische Unterbau. Mit der Einrichtung eines kommunalen Krisenstabs wurden klare Zuständigkeiten und Entscheidungswege geschaffen. Im Ernstfall weiß jeder, was zu tun ist. Mit der Rheingießenhalle steht ein offizieller Notfalltreffpunkt bereit, ausgestattet mit Notstrom, Kommunikationsmitteln und grundlegender Infrastruktur. Selbst scheinbar kleine Maßnahmen wie die Anschaffung eines Satellitentelefons zeigen, dass auch ungewöhnliche Szenarien mitgedacht werden.

All dies macht deutlich: Beim Bevölkerungsschutz übernimmt die Gemeinde Verantwortung, bevor Probleme entstehen. Sie denkt über den nächsten Tag hinaus, bewertet Risiken realistisch und sorgt dafür, dass Rust auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleibt. Genau diese Haltung – nicht nur zu reagieren, sondern vorausschauend zu handeln – ist das, was wir uns von einer modernen Gemeinde wünschen.

Für uns als Bürgerinitiative ist das ein wichtiges und positives Signal. Es zeigt, dass Rust mehr ist als ein touristischer Hotspot: nämlich in erster Linie ein Lebensraum für seine Einwohnerinnen und Einwohner.

Gerade deshalb verbinden wir unser Lob mit einem klaren und konstruktiven Wunsch: Dieses vorbildliche Vorgehen im Bevölkerungsschutz sollte Maßstab auch für andere zentrale Bereiche der Gemeinde werden.

Wir wünschen uns eine Ortsentwicklung, die genauso bürgernah, sorgfältig und vorausschauend gestaltet wird. Eine Entwicklung, die nicht in erster Linie an kurzfristigen touristischen Interessen ausgerichtet ist, sondern an den Bedürfnissen der Menschen, die hier leben. Der Tourismus ist für Rust zweifellos ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – doch er darf nicht zum alleinigen Taktgeber werden.

Immer mehr Besucher, steigender Verkehr, wachsender Flächenverbrauch und zunehmender Druck auf Wohnraum haben spürbare Auswirkungen auf den Alltag der Bürgerinnen und Bürger. Diese Folgen müssen ernst genommen und aktiv gesteuert werden. Vorausschauendes Handeln bedeutet auch, mögliche Risiken zu erkennen: den Verlust von Dorfstrukturen, steigende Lebenshaltungskosten, Belastungen für Natur und Umwelt oder eine schleichende Entfremdung zwischen Einheimischen und ihrem Heimatort.

So wie im Bevölkerungsschutz frühzeitig Strukturen aufgebaut wurden, wünschen wir uns auch bei Bauprojekten, Verkehrsfragen und Tourismuskonzepten eine langfristige, ausgewogene Planung – mit echter Beteiligung der Bürgerschaft. Nicht nur informieren, wenn Entscheidungen bereits gefallen sind, sondern die Menschen frühzeitig einbeziehen, ihre Sorgen anhören und Lösungen gemeinsam entwickeln.

Eine Gemeinde, die ihre Einwohner schützt, sollte sie auch in der Ortsentwicklung in den Mittelpunkt stellen.

Wenn dieser Geist – Verantwortung übernehmen, Risiken abwägen, transparent handeln – auf alle Bereiche übertragen wird, dann hat Rust eine starke Zukunft vor sich. Davon sind wir überzeugt.

Kritik, wenn sie notwendig ist – Anerkennung, wenn sie verdient ist. Heute sagen wir ausdrücklich: Im Bevölkerungsschutz geht Rust mit gutem Beispiel voran. Möge dieses Beispiel Schule machen.

Warum das Abwassersystem regelmäßig an seine Grenzen stößt

31.01.2026

Ein Blick auf das Schaubild zur Abwasserbelastung im Tagesverlauf zeigt klar: Die Herausforderung entsteht nicht nur durch viele Menschen, sondern vor allem durch gleichzeitige Nutzungsspitzen.

Die grüne Linie steht für die konstante Grundbelastung des Dorfs. Die rote Kurve zeigt die Übernachtungsgäste – mit deutlichen Spitzen am Morgen und am Abend. Die blaue Fläche bildet die Tagesbesucher des Europa-Park ab.

Entscheidend ist: Selbst ohne die blaue Kurve bleiben zwei tägliche Belastungsspitzen bestehen. Morgens beim Start in den Tag und abends bei Rückkehr und Abendroutine. Allein die Übernachtungsgäste fordern das System in diesen Zeitfenstern bereits stark.

Vor diesem Hintergrund plant die Gemeinde, das Abwassersystem des Europa-Parks künftig vom Abwassersystem Rust zu trennen, um Lasten besser zu steuern und Engpässe zu reduzieren.

Gleichzeitig macht das Schaubild deutlich: Das bestehende Abwassersystem ist grundsätzlich an seiner Belastungsgrenze angekommen. Unabhängig von einzelnen Einflussfaktoren zeigt sich, dass eine Sanierung und Modernisierung langfristig notwendig sein wird. Oder anders gesagt: Leitungen sind geduldig – aber eben nicht unbegrenzt belastbar.

Übernachtungsgäste und Infrastruktur in Rust

Lahrer Zeitung 31.01.2026

Wächst die Belastung durch Übernachtungsgäste in Rust – und was bedeutet das für unsere Infrastruktur?

Die aktuelle Diskussion rund um unsere Kanalisation zeigt deutlich: Viele Bürgerinnen und Bürger sorgen sich weniger um die Tagesbesucher des Parks, sondern vor allem um die stetig steigende Zahl an touristischen Gästen, die nach ihrem Besuch in Rust übernachten. Denn wo abends das Licht in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen angeht, läuft im Hintergrund auch unsere Infrastruktur auf Hochtouren.

Mehr Übernachtungen bedeuten:

  •  höhere Dauerbelastung für Wasser- und Abwassersysteme
  •  steigenden Druck auf Entsorgung, Verkehr und Ruhezeiten
  •  langfristige Auswirkungen auf die Lebensqualität im Ort

Uns ist wichtig zu betonen: Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Rust. Viele Betriebe und Arbeitsplätze hängen davon ab. Gleichzeitig braucht nachhaltige Entwicklung klare Leitplanken, damit aus einem Gewinn für alle kein schleichender Verlust für die Gemeinde wird.

Unsere Initiative setzt sich daher für mehr Transparenz ein: Wie stark ist unsere Infrastruktur tatsächlich ausgelastet? Welche Prognosen gibt es für die kommenden Jahre? Und welche konkreten Maßnahmen sind geplant, um mit dem Wachstum Schritt zu halten?

Denn eine Gemeinde funktioniert ein bisschen wie ein gutes Uhrwerk: Läuft ein Zahnrad dauerhaft schneller als die anderen, merkt man das irgendwann – meistens dann, wenn es knirscht.

Wachstum um jeden Preis? - Unsere Feststellung zur Pro-Kopf-Verschuldung

25.01.2026

Die Bürgerinitiative stellt fest: In Rust wird immer dichter gebaut. Das lässt die Pro-Kopf-Verschuldung auf dem Papier besser aussehen, weil sich die Schulden auf mehr Einwohner verteilen. An der Realität ändert das jedoch wenig. Straßen, Abwasserkanäle und andere Einrichtungen werden stärker genutzt und nutzen sich schneller ab. Diese Infrastruktur wird dadurch nicht jünger – im Gegenteil.

Unsere Einschätzung beruht auf öffentlich zugänglichen Zahlen und konkreten Beispielen. Sie soll dazu beitragen, die Entwicklung in Rust verständlich und sachlich zu betrachten. 

Bitte dan Button anklicken um Das Dokument herunter herunterzuladen: 

Öffentliche Erklärung zur Abwasserthematik in der Gemeinde Rust

In den vergangenen Wochen wurden einzelne Ortsgebiete der Gemeinde Rust von der Verwaltung schriftlich auf Probleme im Bereich der Abwasserentsorgung hingewiesen. Zusätzlich wurde im Gemeindeblatt ausführlich auf die Thematik aufmerksam gemacht und an die Bevölkerung appelliert, Abwasserleitungen nicht als Abfallentsorgung zu nutzen.

Diese Hinweise sind grundsätzlich nachvollziehbar und in der Sache nicht falsch. Dennoch greift die derzeitige Darstellung zu kurz und wird der tatsächlichen Problemlage nicht gerecht.

Die Gemeinde Rust hat rund 5.000 Einwohner. Gleichzeitig halten sich hier im Jahresdurchschnitt täglich über 15.000 Übernachtungsgäste auf. Damit wird die vorhandene Infrastruktur nicht wie die eines Dorfes, sondern faktisch wie die einer Kleinstadt genutzt. Diese außergewöhnlich hohe zusätzliche Belastung ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen – und genau in diesem Zeitraum treten auch vermehrt Probleme im Abwassersystem auf.

Nach dem Wassergesetz für Baden-Württemberg gehört die Abwasserbeseitigung zu den kommunalen Pflichtaufgaben. Sie muss dauerhaft sicher funktionieren und an die tatsächliche Nutzung angepasst sein. Maßgeblich sind dabei nicht nur die Einwohnerzahlen, sondern auch Übernachtungsgäste, Nutzungsspitzen und die bauliche Verdichtung. Diese Faktoren sind nach den in Baden-Württemberg geltenden technischen Regelwerken zwingend zu berücksichtigen.

Hinweise an die Bevölkerung, was nicht über Toilette oder Spülbecken entsorgt werden darf, sind sinnvoll und richtig. Sie können jedoch kein Ersatz für eine ausreichend dimensionierte und belastbare Abwasserinfrastruktur sein. Ein System, das nur dann störungsfrei funktioniert, wenn sich alle Nutzer jederzeit ideal verhalten, ist auf Dauer nicht stabil.

Besonders kritisch wird die Situation, wenn weiterhin Bauprojekte mit hoher Wohneinheitendichte genehmigt werden, ohne dass die Abwasserinfrastruktur im gleichen Maß angepasst wird. Nach der Landesbauordnung Baden-Württemberg dürfen Bauvorhaben nur genehmigt werden, wenn die Abwasserentsorgung gesichert ist. Diese Sicherstellung ist kein formaler Akt, sondern eine technische Notwendigkeit zum Schutz von Gebäuden, Umwelt und öffentlicher Gesundheit.

Die aktuell auftretenden Verstopfungen, Rückstaus und ungeplanten Einsätze sollten daher als ernstzunehmendes Warnsignal verstanden werden. Sie deuten darauf hin, dass die bestehende Infrastruktur an ihre Leistungsgrenze stößt.

Wer möchte, dass Rust auch künftig ein lebenswerter Wohnort und ein verlässlicher Tourismusstandort bleibt, muss diese Entwicklung offen benennen und verantwortungsvoll darauf reagieren. Nachhaltige Lösungen entstehen nicht durch Schuldzuweisungen, sondern durch vorausschauende Planung, transparente Kommunikation und eine Infrastruktur, die der tatsächlichen Nutzung gerecht wird.

Oder zusammengefasst:
Tourismus lässt sich politisch fördern –
Abwasser lässt sich technisch nicht wegdiskutieren.

Sieben Millionen Gäste – und was das für das Leben in Rust bedeutet

Einordnung der Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ (Stand Januar 2026)

> Dieser Bericht kann über den Klick auf das Bild (Bild mit Text) heruntergeladen werden <

Die aktuelle Diskussion in Rust wurde durch eine Veröffentlichung des Europa-Park Resorts ausgelöst, in der mitgeteilt wurde, dass im Jubiläumsjahr 2025 erstmals über sieben Millionen Gäste den Europa-Park besucht haben. Diese Zahl steht für den anhaltenden Erfolg des Parks – macht aber zugleich deutlich, dass die Auswirkungen des Tourismus in Rust eine Größenordnung erreicht haben, die eine ehrliche und differenzierte Betrachtung erfordert.

Im Zuge dieser Debatte wurde auch auf einen Podcast der Badischen Zeitung vom 12. Juli 2025 verwiesen, der sich mit der Entwicklung der Gemeinde Rust und der Rolle des Europa-Parks befasst.

Podcast Badische Zeitung: https://www.youtube.com/watch?v=CiDq20OvcUo&t=31s

Dieser Podcast entstand vor der Gründung unserer Bürgerinitiative, greift jedoch Themen auf, die aus heutiger Sicht – vor dem Hintergrund weiter steigender Besucherzahlen – deutlich an Brisanz gewonnen haben.

Unsere nachfolgenden Ausführungen verstehen wir daher nicht als nachträgliche Kommentierung einzelner Aussagen, sondern als Einordnung der aktuellen Situation (Stand Januar 2026) aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger, die in Rust leben.

1. Worum es uns geht – und worum nicht

Die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ richtet sich nicht gegen den Europa-Park als solchen. Wir erkennen seine wirtschaftliche Bedeutung, die geschaffenen Arbeitsplätze sowie die positive Entwicklung der Infrastruktur ausdrücklich an.

Unser Anliegen richtet sich jedoch gegen eine Entwicklung, bei der Wohnraum, Nachbarschaften und dörfliche Strukturen zunehmend durch touristische Nutzungen verdrängt werden. Unser Ziel ist es, dass Rust ein lebenswerter Wohnort bleibt – nicht schrittweise zu einer reinen Ferien- und Investorenstruktur wird.

Tourismus ist ein wichtiger Bestandteil unseres Ortes. Wohnraum und Lebensqualität sind jedoch keine nachgeordneten Faktoren, sondern die Grundlage eines funktionierenden Gemeinwesens.

2. Wohnraummangel und Zweckentfremdung – ein zentrales Strukturproblem

Ein Thema, das im Podcast nur am Rande angesprochen wurde, im Alltag vieler Menschen jedoch zunehmend dominiert, ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum.

Trotz Neubauprojekten erleben viele Familien, junge Erwachsene, Alleinerziehende, ältere Menschen sowie Beschäftigte, dass geeigneter Wohnraum kaum noch verfügbar oder finanziell nicht mehr erreichbar ist. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Zweckentfremdung von Wohnraum:

  1. Wohnungen, die ursprünglich dem dauerhaften Wohnen dienten, werden in Ferienwohnungen umgewandelt.
  2. Ganze Häuser verlieren ihre Wohnfunktion und werden faktisch Teil der touristischen Infrastruktur.
  3. Der Druck auf den verbleibenden Wohnungsmarkt steigt, ebenso wie Mieten und Immobilienpreise.

Diese Entwicklung trifft besonders diejenigen, die in Rust arbeiten, sich ehrenamtlich engagieren oder hier aufgewachsen sind – und dennoch zunehmend keine Perspektive mehr haben, dauerhaft im Ort zu bleiben.

3. Abendliche Besucherdynamik und Verlust von Wohnqualität

Eng mit der Zweckentfremdung verbunden ist die abendliche Verlagerung der Besucherdynamik in die Wohngebiete.

Wenn Gäste den Europa-Park verlassen, kommt es insbesondere in Häusern mit überwiegender Ferienwohnungsnutzung regelmäßig zu erheblichen Lärmbelastungen: laute Gespräche auf Balkonen und in Innenhöfen, Lachen bis spät in die Nacht, Musik sowie nächtliche An- und Abreisen.

Für direkt angrenzende Nachbarn bedeutet dies keine Ausnahme, sondern eine wiederkehrende und teilweise dauerhafte Störung der Nachtruhe, vor allem während der Hauptsaison.

Das Problem liegt nicht im Verhalten einzelner Gäste, sondern in der Struktur der Nutzung. Wo Wohnungen überwiegend kurzfristig vermietet werden, fehlt die soziale Bindung an das Quartier. Rücksichtnahme, die in gewachsenen Nachbarschaften selbstverständlich ist, greift dort kaum.

Besonders belastend ist, dass Investoren und Betreiber solcher Ferienimmobilien für diese Auswirkungen häufig keine Verantwortung übernehmen. Beschwerden verlaufen ins Leere, Ansprechpartner sind nicht erreichbar oder nicht vor Ort. Im Vordergrund steht erkennbar die wirtschaftliche Rendite, nicht die Rücksicht auf das unmittelbare Wohnumfeld.

4. „Balance“ braucht verbindliche Leitplanken

Im öffentlichen Diskurs wird häufig von einer angestrebten Balance zwischen wirtschaftlicher Dynamik und Lebensqualität gesprochen. Diese Balance entsteht jedoch nicht von selbst. Sie erfordert klare Regeln, wirksame Kontrolle und konsequenten Vollzug.

Regelungen zu Ferienwohnungen sind ein wichtiger Schritt, reichen aber nicht aus, wenn:

  1. Bestandsschutz zu einer dauerhaften Verfestigung der Zweckentfremdung führt,
  2. Kontrollen nur eingeschränkt stattfinden,
  3. und Verstöße kaum spürbare Konsequenzen haben.

Wohnraum ist kein beliebig vermehrbares Gut. Wird er dem Wohnungsmarkt entzogen, fehlen langfristig Perspektiven für die einheimische Bevölkerung – mit sozialen Folgen, die sich nicht kurzfristig korrigieren lassen

5. Regionale Wertschöpfung – lokale Verantwortung

Dass der Europa-Park weit über Rust hinaus wirtschaftliche Impulse setzt, stellen wir nicht infrage. Gleichzeitig müssen die Belastungen dort ernst genommen werden, wo sie konkret entstehen.

Eine nachhaltige Entwicklung misst sich nicht allein an Besucherzahlen oder Einnahmen, sondern daran, ob ein Ort für seine Bevölkerung dauerhaft lebenswert bleibt.

6. Unsere Erwartungen

Vor dem Hintergrund von sieben Millionen Gästen im Jahr 2025 erwarten wir, dass die viel zitierte gemeinsame Verantwortung von Gemeinde, Europa-Park und Region mit konkreten, überprüfbaren Maßnahmen unterlegt wird, insbesondere durch:

  1. Konsequente Begrenzung der Zweckentfremdung von Wohnraum
  2. Stärkung von Kontrolle und Vollzug bestehender Regelungen
  3. Klare Priorisierung von dauerhaftem Wohnraum gegenüber touristischer Nutzung
  4. Schutz von Nachbarschaften, Grünflächen und Ortsbild
  5. Frühe, transparente und verbindliche Bürgerbeteiligung bei relevanten Planungen

7. Schluss

Sieben Millionen Gäste zeigen den Erfolg des Europa-Parks. Sie zeigen aber auch, dass Rust an einem Punkt steht, an dem Entwicklung bewusst gestaltet werden muss.

Unsere Bürgerinitiative steht für Dialog, Sachlichkeit und Zusammenarbeit – aber auch für eine klare Haltung:

Rust soll ein Dorf bleiben, in dem Menschen wohnen, aufwachsen und alt werden können – nicht nur ein Ort, an dem man übernachtet.

Die Ruhe vor dem Sturm – ein stiller Winter in Rust

Im Winter hört Rust sich selbst wieder zu.

Es ist kein plötzlicher Moment, eher ein langsames Zurückgleiten. Die letzten Gäste fahren ab, Rollläden schließen sich, Lichter gehen früher aus. Was bleibt, ist Stille – nicht die leere, sondern jene, die man erst bemerkt, wenn sie lange gefehlt hat. Schritte auf dem Gehweg sind wieder einzelnen Menschen zuzuordnen, nicht einer anonymen Masse. Man weiß, wer kommt, oft sogar warum.

In den Monaten davor war das anders. Dann liegt ein permanenter Grundton über dem Dorf, wie ein entferntes Dröhnen, das nie ganz verschwindet. Stimmen, Motoren, Musik, Türen, die zu oft geöffnet werden. Kaum jemand meint es böse, und doch verändert sich etwas. Nicht auf einmal, sondern schleichend. Geduld wird kürzer. Rückzug wird zur Strategie. Das eigene Zuhause fühlt sich weniger wie ein Rückzugsort an und mehr wie eine Insel im Strom der Erwartungen anderer.

Mit den Menschen kommen Interessen. Häuser werden Zahlen, Grundstücke werden Projekte. Wo früher Geschichten lebten, entstehen Belegungspläne. Die Gemeinde schaut zu, manchmal ratlos, manchmal müde. Entscheidungen werden vertagt, weil sie unbequem sind. Verantwortung zerfasert zwischen Zuständigkeiten, bis sie kaum noch greifbar ist. Veränderung hat hier kein Gesicht – nur Folgen.

Und dann, im Winter, fällt all das für einen Moment ab.

Jetzt funktioniert das Dorf wieder nach seinen eigenen Regeln. Man hilft sich, ohne darüber zu sprechen. Ein Blick, ein Nicken, ein kurzer Satz reichen. Nachbarschaft ist wieder Beziehung, nicht Zufall. Die Stille schafft Platz für Erinnerungen: an das, was war, und an das, was vielleicht verloren geht, wenn niemand hinsieht.

Der Winter ist ehrlich. Er zeigt Rust ohne Kulisse, ohne Zweck, ohne Rendite. Und genau darin liegt seine Fragilität. Denn diese Ruhe ist nicht geschützt. Sie ist geduldet – auf Zeit. Wie ein Atemzug zwischen zwei Belastungen.

Vielleicht ist das das Nachdenkliche an dieser Jahreszeit: Sie zeigt nicht nur, was Rust ist, sondern auch, was es sein könnte. Und sie stellt leise die Frage, die man im Lärm des Sommers nicht hören will:
Wie viel von diesem Dorf soll bleiben, wenn der nächste Sturm wieder anrollt?

Der Winter gibt darauf keine Antwort. Er erinnert nur daran, dass es einmal anders war – und für kurze Zeit noch immer ist.

Wenn Wohnraum zum Ferienobjekt wird – wer denkt an die Menschen vor Ort?

06.12.2025

Wie man sieht, ist es nicht nur in Rust ein Problem – auch in Endingen greift die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen weiter um sich. Besonders kritisch ist dabei, dass selbst dann, wenn der Gemeinderat Einvernehmen verweigert, das Landratsamt Entscheidungen aufheben oder ersetzen kann. Was bleibt von kommunaler Selbstbestimmung, wenn am Ende doch die nächsthöhere Behörde entscheidet? Genau hier entsteht Frust – nicht nur bei Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch bei den Räten, die vor Ort Verantwortung tragen.

Wir fragen: Warum müssen Kommunen den Kopf hinhalten, wenn sie faktisch kaum Steuerungsmöglichkeiten besitzen?
Wenn Schwarzbauten nachträglich genehmigt werden und Ferienwohnungen Wohnraum verdrängen, erzeugt das das Gefühl, dass Regeln zwar existieren – aber nicht für alle gleichermaßen gelten. Gemeinden stehen zunehmend vor der Wahl: Zustimmen, weil es rechtlich kaum anders geht, oder ablehnen und anschließend erleben, wie die Entscheidung übergangen wird. Das ist keine echte Handlungsfreiheit.

Dabei ist der Bedarf klar: Wir brauchen langfristigen Wohnraum. Keine Kurzzeitunterkünfte, die leer stehen, sobald die Saison vorbei ist. Junge Familien, Alleinerziehende, Pflegekräfte, Mitarbeitende vor Ort – sie alle suchen Wohnungen, und sie prägen das Leben unserer Ortschaften. Ein Dorf lebt nicht von wechselnden Gästen, sondern von Menschen, die hier bleiben, investieren, Nachbarn werden.

Wir wünschen uns Mut von den Gemeinden, sich gemeinsam stärker zu positionieren – über interkommunale Zusammenarbeit, klare Satzungen, Zweckentfremdungsregelungen und politischen Druck auf Landesebene. Denn Heimat entsteht nicht durch Ferienkalender, sondern durch Zukunftsperspektiven für Bewohnerinnen und Bewohner.

Dorf statt Ferienanlage – weil Wohnen kein Luxusgut sein darf.

Regeln nützen nur, wenn sie kontrolliert werden

19.11.2025

Die Begründung des Bürgermeister Dr. Klare, wonach die Auflagen erfüllt und geprüft seien und ein Großteil der künftigen Gäste zu Fuß komme, mag formal nachvollziehbar sein. Dennoch gilt: Wer Regeln aufstellt, muss auch deren Einhaltung sicherstellen. Genau daran fehlt es bislang.

Die zentrale Frage bleibt unbeantwortet: Wie will die Gemeinde kontrollieren, dass nach 22:00 Uhr tatsächlich nur drei Stellplätze genutzt werden – zumal der Betrieb bis 23:00 Uhr geöffnet ist? Ohne praktikable Überwachungsmaßnahmen bleibt diese Auflage ein theoretisches Konstrukt.

Eines ist jetzt schon absehbar: Sollten nach 22:00 Uhr mehr als drei Fahrzeuge auf dem Parkplatz stehen, werden entsprechende Hinweise und Beschwerden bei der Gemeinde eingehen. Die Anwohnerinnen und Anwohner werden dies aufmerksam beobachten – nicht aus Prinzip, sondern weil sie berechtigte Sorgen hinsichtlich Lärm und Verkehr haben.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass eine wirksame Umsetzung dieser Auflagen nur durch einen konsequenten Vollzug seitens der Gemeindeverwaltung gewährleistet werden kann.

Unsere Stellungnahme zur Gemeinderatssitzung vom 03.11.2025

08.11.2025

Die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ begrüßt den Beschluss des Gemeinderats, die Regeln für Ferienwohnungen zu verschärfen – ein wichtiger Schritt, um den dörflichen Charakter RUSTs zu bewahren.


Doch der Weg ist noch nicht zu Ende: Der Beschluss ist ein Kompromiss, und entscheidend wird sein, ob die neuen Regeln auch wirksam kontrolliert werden.

Unsere vollständige Stellungnahme könnt Ihr hier herunterladen:  Stellungnahme der BI zur Gemeinderatssitzung vom 03.11.2025

Unser Ziel bleibt klar: Rust soll ein Ort bleiben, in dem man lebt – nicht nur übernachtet.

Massive nächtliche Lärmbelästigung in Rust

03.11.2025

Massive nächtliche Lärmbelästigung in Rust – Bürger erneut betroffen!

In der Nacht von Sonntag, 02.11.2025, auf Montag, 03.11.2025, kam es in Rust erneut zu massiven Lärmbelästigungen.
Mehrere Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Ortsteilen berichteten übereinstimmend von anhaltendem Lärm, der bis etwa 03:45 Uhr zu hören war.

Diese wiederkehrenden Störungen beeinträchtigen nicht nur die Nachtruhe vieler Anwohnerinnen und Anwohner, sondern werfen auch Fragen nach Ursache, Verantwortlichkeit und Maßnahmen auf.

Wir fordern eine klare Aufklärung, wer für diese nächtlichen Lärmereignisse verantwortlich ist, und erwarten von den zuständigen Stellen, dass effektive Schritte zum Schutz der Nachtruhe der Bevölkerung unternommen werden.

Wer selbst betroffen war, kann uns seine Beobachtungen (Ortsteil, Uhrzeit, Art des Lärms) gerne per Nachricht mitteilen. Jede Rückmeldung hilft, ein vollständiges Bild zu erhalten.

BI und Gemeinde suchen Lösungen für Rust

30.10.2025

Die Badische Zeitung berichtet über unser Gespräch mit der Gemeinde Rust.

Wir von der BI „Dorf statt Ferienanlage“ begrüßen, dass unsere Anliegen – von Ferienwohnungen bis Nachtruhe – Gehör finden. Gemeinsam wollen wir Lösungen, die Rust für alle lebenswert halten.

Zum Artikel: https://www.badische-zeitung.de/gemeinde-rust-und-buergerinitiative-vereinbaren-regelmaessigen-dialog-zu-ferienwohnungen-und-laerm

Urteilen ist leicht – Verstehen erfordert Nähe

27.10.2025

Wir haben in den letzten Tagen und Wochen viele Kommentare zu unserer Bürgerinitiative gelesen – freundliche, kritische, sachliche, aber leider auch einige, die wenig mit einem respektvollen Austausch zu tun haben.

Oft ist es leicht, zu urteilen, wenn man selbst nicht betroffen ist und vor allem den eignen Nutzen sieht, den das Dorf hat. Doch wer hier lebt, weiß: Entwicklung bringt Chancen – aber auch Herausforderungen, die man nur versteht, wenn man sie unmittelbar erlebt.

Unsere Initiative besteht nicht aus „Zugezogenen“, „Neidern“ oder „Verhinderern“, sondern aus Menschen, die hier leben, ihre Heimat schätzen und sich Gedanken über die Zukunft von Rust machen. Wir sind keine Gegner von Entwicklung – aber wir glauben, dass Fortschritt nur dann gut ist, wenn er im Gleichgewicht mit den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger steht.

Dass nicht alle unserer Meinung sind, ist völlig in Ordnung. Kritik gehört dazu – sie zeigt, dass Menschen sich für ihr Umfeld interessieren. Doch wenn Spott und Pauschalurteile an die Stelle von Argumenten treten, verliert die Diskussion an Wert.

Wir laden deshalb alle ein, die wirklich verstehen wollen, worum es uns geht: Kommen Sie mit uns ins Gespräch. Fragen Sie nach, hören Sie zu, sagen Sie Ihre Meinung – respektvoll, ehrlich, direkt.

Denn Rust lebt nicht von Lautstärke, sondern von Zusammenhalt.

Was in Rust passiert, passiert auch anderswo

18.10.2025

Das Problem mit dem Pizzaautomaten in Rust ist kein Einzelfall.


Auch in anderen Städten und Gemeinden gibt es ähnliche Situationen – mit erheblicher Lärmbelästigung und Störungen der nächtlichen Ruhe.


Diese Fälle zeigen, dass die Balance zwischen wirtschaftlichen Interessen, öffentlichem Raum und Lebensqualität vielerorts neu gefunden werden muss.

Hier einige weiterführende Beiträge und Berichte zu diesem Thema:

In Oberderdingen

https://bnn.de/kraichgau/bretten/oberderdingen/schlaf-der-anwohner-ist-wichtiger-als-ein-pizza-automat-kommentar-streit-polizei-laerm

Im Kreis Bodensee

https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/neuer-standort-soll-in-der-konstanzer-strasse-fuer-ruhe-sorgen-pizzaautomat-wird-verlegt;art372455,10931871

In Bramstedt

https://www.kn-online.de/lokales/segeberg/keine-baugenehmigung-pizza-automat-in-bad-bramstedt-muss-wieder-weg-2ANGCBTQI5GOHCLHUEF2CQ7G7E.html

 

 

 

Ruhestörung durch Pizza - Automat

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In Rust kam es durch den nächtlichen Betrieb von Pizzaautomaten zu wiederkehrenden Ruhestörungen. Bewohner der umliegenden Häuser litten unter dem Lärm, konnten kaum noch schlafen und suchten Unterstützung bei den Behörden – zunächst ohne Erfolg.

Nach einem zweijährigen Verfahren wurde gerichtlich festgelegt, dass die Automaten zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens abgeschaltet bleiben müssen. 

Bau-Turbo – gute Idee, gefährliche Folgen für Rust

15.10.2025

Die Bundesregierung will mit dem neuen Bau-Turbo-Gesetz das Bauen beschleunigen.
Doch was auf dem Papier nach einer Lösung für den Wohnraummangel aussieht, kann für Rust zum Problem werden:

➡️ Weniger Mitspracherecht für Nachbarn
➡️ Schnellere Genehmigungen ohne Kontrolle
➡️ Mehr Chancen für Investoren – weniger Wohnungen für Einheimische

Der Bau-Turbo öffnet Tür und Tor für Ferienwohnungen und Renditeprojekte, anstatt für bezahlbaren Wohnraum.


Das trifft besonders Dörfer wie Rust, wo das Gleichgewicht zwischen Tourismus und Leben längst auf der Kippe steht.

Unsere Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ hat dazu einen Informationsbericht veröffentlicht:


<< Zum Informationsbericht >>

Wir wollen, dass Rust Dorf bleibt – und nicht zur Kulisse wird.

Fernsehinterview verschoben

13.10.2025

Unser geplantes Fernsehinterview am 15. Oktober wurde verschoben.


BADEN TV Süd möchte zunächst den anstehenden Bürgermeistertermin abwarten, bevor das Gespräch geführt wird.

Ein neuer Termin steht noch nicht fest – wir informieren euch natürlich, sobald er bekannt ist.

Vorgehen bei nächtlicher Ruhestörung und behördlicher Untätigkeit

12.10.2025

Nächtliche Ruhestörung – und niemand reagiert?

Laute Musik, technische Anlagen oder nächtlicher Betriebslärm rauben vielen Menschen den Schlaf. Doch was tun, wenn Beschwerden beim Ordnungsamt ins Leere laufen?

Unsere Empfehlung zeigt:
✅ Welche Behörden zuständig sind
✅ Wie Sie richtig dokumentieren
✅ Und welche Schritte möglich sind, wenn die Gemeinde untätig bleibt

📄 Alle Infos finden Sie im beigefügten PDF:
„Vorgehen bei nächtlicher Ruhestörung und behördlicher Untätigkeit“

➡️ Für alle, die wissen wollen, wie man ruhig – aber wirksam – gegen vermeidbaren Lärm vorgeht.

Bebauungspläne – bürgernah oder eher theoretisch?

03.10.2025

Immer wieder stellt sich die gleiche Frage:
Sind Bebauungspläne wirklich auf die Menschen und die vorhandene Umgebung abgestimmt – oder am Ende doch nur starre Konzepte?

Eigentlich sollten sie den Charakter unserer Gemeinde weiterentwickeln – mit Rücksicht auf
✅ die bestehende Bebauung,
✅ die Bedürfnisse der Anwohner und
✅ die Lebensqualität.

Doch die Realität sieht oft anders aus:

  • Neue Bauprojekte passen architektonisch kaum ins Ortsbild und werden zwischen gewachsene Strukturen „hineingezwängt“.
  • Verdichtung nimmt zu, ohne dass Infrastruktur wie Parkplätze oder Grünflächen Schritt hält.
  • Bürgerbeteiligung findet zwar statt – aber meist in Form von Infoabenden, bei denen man sich eher belehrt als gehört fühlt.

👉 Werden Bebauungspläne wirklich für die Bürger gemacht – oder eher für Investoren, die schnelle Rendite suchen?


👉 Und wie sehr achtet unsere Gemeindeverwaltung darauf, dass neue Projekte mit der bestehenden Nachbarschaft harmonieren?

Unsere Bürgerinitiative im Fernsehen!

01.10.2025

Am 15.10.2025 haben wir ein Fernsehinterview mit BADEN TV-Süd. Besonders erfreulich: Das Gespräch wird nicht nur geführt, sondern auch im Fernsehen ausgestrahlt.

Dass unsere Bürgerinitiative auf diese Weise ins Rampenlicht rückt, zeigt, wie groß das Interesse an unserem Anliegen ist – und dass unsere Arbeit wahrgenommen wird. 

Wir sehen darin eine wichtige Chance, noch mehr Menschen zu erreichen und auf unsere Themen aufmerksam zu machen.


Sobald wir den genauen Sendetermin erfahren, teilen wir ihn natürlich mit euch.

Ihre / Eure Anliegen für den Bürgermeistertermin

01.10.2025

Der ursprünglich geplante Termin mit dem Bürgermeister am 24.09.2025 konnte leider nicht stattfinden. Der neue Gesprächstermin findet am 17.10.2025 statt.

Damit wir dort gut vorbereitet auftreten können, möchten wir Sie / Euch bitten, uns rechtzeitig Ihre / Eure Anliegen mitzuteilen. Gibt es kritische Bauvorhaben, die Sorgen bereiten? Gibt es Probleme mit Lärm durch Feriengäste oder andere Themen, die im Alltag belasten? Auch Ideen für Verbesserungen nehmen wir gerne auf.

Je mehr Rückmeldungen wir sammeln, desto besser können wir die Interessen unserer Gemeinschaft vertreten.

👉 Bitte melden Sie / meldet Euch bei uns. Gemeinsam stellen wir sicher, dass Ihre / Eure Stimme gehört wird und wir beim Bürgermeister die richtigen Themen ansprechen.

Mail: info@dorfstattferienanlage.de

Wenn Urlauber Parkscheiben auf 8:00 Uhr stellen …

27.09.2025

Einige Ferienwohnungsanbieter empfehlen ihren Gästen, das Auto über Nacht auf öffentlichen Kurzzeitparkplätzen abzustellen – Parkscheibe auf 8:00 Uhr, und schon kann man bis 10:00 Uhr „legal“ dort stehen.

Das klingt clever – hat aber Folgen:


➡️ Morgens finden Kunden der Bäckerei, Metzgerei oder anderer kleiner Geschäfte keinen Parkplatz.
➡️ Viele weichen dann auf große Supermärkte mit eigenem Parkplatz aus.
➡️ Die kleinen Läden vor Ort sind die Leidtragenden – weniger Kundschaft, weniger Umsatz.

❗ Hier zeigt sich: Es geht nicht nur um Bequemlichkeit, sondern um Fairness und Verantwortung.


👉 Ferienwohnungsanbieter sollten ihren Gästen eigene Stellflächen zur Verfügung stellen – oder zumindest nicht aktiv empfehlen, öffentliche Kurzzeitparkplätze „auszutricksen“.

💡 Vielleicht sollte man auch überlegen, die Parkdauer vor Geschäften zeitlich so anzupassen, dass sie für einen normalen Einkauf ausreicht – aber Dauerparker keine Chance haben.

Denn Gastfreundschaft bedeutet nicht, dass die Einheimischen auf der Strecke bleiben. 🥐🛒

Wenn Gastfreundschaft zur Belastung wird

27.09.2025

"Man muss den Betrieben die Möglichkeit der Erweiterung geben und da stehe die Gemeinde nicht im Wege."

So die Aussage der Gemeinde – denn Wachstum ist wichtig, es schafft Arbeitsplätze und belebt den Ort.

Doch die Frage ist: Gilt das auch dann, wenn die Lebensqualität der Anwohner darunter massiv leidet?

Gerade bei Gasthäusern zeigt sich das deutlich:

Wenn durch Grundstückszukäufe und Erweiterungsbauten plötzlich ein viel größerer Betrieb entsteht,

  • wenn zusätzliche Flächen für Gäste, Parkplätze oder Lärmquellen genutzt werden,
  • und wenn gleichzeitig die Öffnungszeiten immer weiter ausgedehnt werden …

… dann wird aus der wirtschaftlichen „Erweiterung“ für die direkten Nachbarn schnell eine Dauerbelastung. Mehr Menschen, mehr Verkehr, mehr Lärm – und oft ein Gefühl, dass man im eigenen Zuhause nicht mehr zur Ruhe kommt.

Natürlich sind Gasthäuser wichtig. Sie bringen Leben in die Gemeinde, sie ziehen Gäste an, und sie tragen zur Wirtschaft bei. Aber:


👉 Ist es Aufgabe der Anwohner, diesen Preis mit ihrer Nachtruhe und ihrem Lebensumfeld zu bezahlen?
👉 Fördert man damit wirklich den Tourismus – oder vertreibt man langfristig die Menschen, die hier wohnen und den Ort prägen?

Ein faires Miteinander bedeutet:
✅ Betriebe dürfen wirtschaftlich arbeiten und sich entwickeln.
✅ Gleichzeitig müssen Anwohner geschützt werden – durch klare Regeln bei Bebauungsplänen, Grundstückserweiterungen, Öffnungszeiten und Lärmschutz.

Denn am Ende gilt: Tourismus und Gastronomie dürfen nicht über die Köpfe der Bürger hinweg gefördert werden. Die Gemeinde hat die Aufgabe, beide Seiten im Blick zu behalten.

Investoren kassieren, Natur verliert

26.09.2025

Wenn Investoren meinen, sie müssten um noch mehr Rendite zu erzielen Grundstücke am Rande von Natur- und Wasserschutzgebieten kaufen, dort Ferienwohnungen errichten – und die Gemeinde gleichzeitig nicht in der Lage ist, Grenzen zu setzen – dann haben wir ein ernsthaftes Problem.

Denn solche Vorhaben betreffen nicht nur mehr Verkehr, Lärm und Verdichtung. Sie greifen direkt in hochsensible Bereiche ein:

🌱 Natur- und Artenschutz
Streuobstwiesen sind nach § 30 BNatSchG streng geschützte Biotope und Lebensraum für Insekten, Vögel und Fledermäuse. Dauerbeleuchtung, wechselnde Gäste und zusätzliche Fahrzeuge aus Ferienwohnungen stören diese Arten erheblich.

💧 Wasserschutz
Nach §§ 51, 52 WHG darf die Trinkwasserversorgung nicht gefährdet werden. Doch mehr Parkplätze, Abwasser und die Gefahr von Schadstoffeinträgen (Öl, Benzin, Reifenabrieb) stellen genau dieses Risiko dar. Besonders kritisch: Brände von Elektrofahrzeugen, deren Löschwasser hochgiftige Stoffe ins Grundwasser eintragen kann.

📑 Fehlende Prüfungen
Häufig fehlen von Beginn an:

  • eine artenschutzrechtliche Untersuchung (§ 44 BNatSchG),
  • ein spezielles Wasserschutzkonzept (§§ 51, 52 WHG),
  • und die verpflichtende FFH-Verträglichkeitsprüfung (§ 34 BNatSchG).

🔎 Was ist eine FFH-Verträglichkeitsprüfung?
FFH steht für Flora-Fauna-Habitat und bezeichnet europäische Schutzgebiete, die Teil des Netzwerks Natura 2000 sind.
Die FFH-Verträglichkeitsprüfung ist ein Pflichtverfahren, das sicherstellt, dass Bauprojekte dort keine erheblichen Beeinträchtigungen verursachen. Geprüft wird z. B.:

  • Werden geschützte Arten wie Fledermäuse oder Vögel gestört?
  • Werden Lebensräume wie Streuobstwiesen oder Feuchtgebiete zerstört oder geschwächt?
  • Welche Auswirkungen haben Lärm, Licht oder Schadstoffe?

👉 Ohne eine positive FFH-Verträglichkeitsprüfung darf ein Bauvorhaben nicht genehmigt werden. Gerade Ferienwohnungen bestehen diese Prüfung kaum, weil sie dauerhaft Störungen und Verkehr verursachen.

Fazit

Ferienwohnungen am Rand von Natur- und Wasserschutzgebieten sind kein Beitrag zu echtem Wohnraum – sondern eine Gefahr für Artenvielfalt, Trinkwasser und unsere Kulturlandschaft.

➡️ Ohne klare Gutachten und eine FFH-Verträglichkeitsprüfung darf keine Genehmigung erfolgen. Alles andere wäre ein Geschenk an Investoren – und ein Schaden für Bürger und Umwelt.

Keine Bauanträge ohne Ferienwohnungen – Rust auf dem Weg in den Massentourismus?

Im aktuellen Gemeindeblatt zeigt sich erneut ein deutliches Bild: Auf der Agenda der Gemeinderatssitzung am 29. September 2025 stehen vier neue Bauanträge – und jeder einzelne betrifft Ferienwohnungen.

Es wirkt fast so, als gäbe es in Rust keine anderen Bauvorhaben mehr. Wer baut, baut Ferienwohnungen. Der Tourismus verspricht Einnahmen, und viele möchten ein Stück vom „großen Kuchen“ abbekommen. Doch bei allem wirtschaftlichen Nutzen stellt sich die Frage: Wo bleibt das Gleichgewicht?

Rust lebt zwar vom Tourismus, doch die Kehrseite ist längst spürbar:

  • Wohnraum für Einheimische wird knapp. Familien und junge Menschen haben es immer schwerer, bezahlbare Wohnungen zu finden.
  • Massentourismus statt Nachhaltigkeit belastet Verkehr, Müllentsorgung und Infrastruktur – und auch die Lebensqualität in den Wohngebieten.
  • Die Dorfidentität droht verloren zu gehen, wenn sich Rust immer mehr in eine Ferienpark-Kulisse verwandelt.

Rust muss sich fragen: Soll wirklich alles dem Massentourismus untergeordnet werden? Oder braucht es endlich klare Grenzen und ein Entwicklungskonzept, das sowohl Gästen als auch Einheimischen zugutekommt?

Denn eines ist klar: Ein Dorf kann nicht nur aus Ferienwohnungen bestehen. Sonst bleibt am Ende vielleicht eine touristische Kulisse – aber keine lebendige Gemeinde.

Investoren in Rust haben Grund sich zu freuen

Was offiziell als klassischer Wohnraum geplant wird, entpuppt sich in der Realität häufig als Renditeobjekt.

Der Ablauf ist meist derselbe:
Zuerst werden Gebäude mit Langzeitwohnungen beantragt und genehmigt. Sobald die Genehmigung vorliegt, verändert sich jedoch die Vermarktung. Aus „Wohnraum für Familien“ wird plötzlich eine Kapitalanlage mit Ferienwohnungspotenzial.

Im Exposé „START YOUR DREAM – LUXURIÖSE EIGENTUMWOHNUNGEN“ zum Projekt „Baumeisterstraße in Rust“ heißt es wörtlich:
„Ob zur Eigennutzung oder als lukrative Kapitalanlage: Die Kombination aus Wohnkomfort und Vermietungspotenzial eröffnet vielseitige Nutzungsmöglichkeiten. Die starke touristische Nachfrage in Rust bietet hervorragende Perspektiven für Ferienvermietung – inklusive attraktiver Renditechancen"

Damit wird deutlich: Die dauerhafte Wohnnutzung dient oft nur als Feigenblatt. Das eigentliche Ziel ist die flexible Nutzung für Feriengäste – eine höchst rentable Aussicht für Investoren.

Für Rust und seine Bewohner bedeutet das allerdings:

  1. Dauerhafter Wohnraum wird knapper.
  2. Preise steigen weiter.
  3. Nachbarschaften verändern sich, wenn Feriengäste statt Familien einziehen.

Und die Gemeinde?
Sie kennt die Schwachstellen der sogenannten 60/40-Regelung – aber unternimmt nichts, um die Schlupflöcher zu schließen.

Fazit: Während Investoren in Rust allen Grund haben, sich zu freuen, wächst für die Bürger die Sorge, ob es künftig noch bezahlbaren Wohnraum für diejenigen gibt, die hier wirklich leben wollen.

Ist unsere Gemeinde hilflos – oder fehlt einfach der Wille?

Immer wieder werden Bauanträge und Anträge auf Ferienwohnungen scheinbar einfach durchgewunken. Bei Gemeinderatssitzungen hört man dann: 

„Da können wir leider nichts tun, das entscheidet das Baurechtsamt in Offenburg.“

Aber stimmt das wirklich?

Eine Gemeinde hat sehr wohl Möglichkeiten, die Entwicklung des Ortes zu steuern – etwa durch Bebauungspläne, Satzungen und eine vorausschauende Ortsplanung. Damit kann klar geregelt werden, wo und wie gebaut wird und ob Ferienwohnungen in diesem Umfang überhaupt Sinn machen.

Die Frage ist also nicht, ob die Gemeinde kann – sondern ob sie will.

Und genau das sollten wir Bürgerinnen und Bürger einfordern.

Zwischen Heimat und Beton: Wohin steuert Rust?

Mittlerweile entstehen in Rust Gebäude, die man sonst eher in Städten findet – groß, massiv, dominierend. Und das nicht etwa am Ortsrand, wo Platz wäre und wo solche Bauten in ausgewiesenen Wohn- oder Gewerbegebieten vielleicht noch Sinn ergeben würden, sondern mitten im Dorfkern. Beispielsweise ist in der Grafenhausenerstraße ein solches Bauprojekt geplant.

Rust ist ein Dorf. Punkt.
 

Und ein Dorf lebt nicht von Betonwänden, kubischen Klötzen und „urbanem Flair“, sondern von seiner Authentizität, seiner Überschaubarkeit und der gewachsenen Struktur. Zwischen Wohnhäusern, die Geschichte atmen, sollen nun großdimensionierte Bauobjekte „hineingezwängt“ werden – Fremdkörper, die einfach nicht hierher passen.

Das zerstört nicht nur das harmonische Gesamtbild, sondern auch die Seele des Ortes. Denn ein Dorf ist mehr als eine Ansammlung von Gebäuden. Es ist Heimat, Identität, Lebensgefühl. Wer das mit falschen Bauentscheidungen verwässert, riskiert, dass Rust Schritt für Schritt sein Gesicht verliert.

Die Frage ist also nicht, ob wir wachsen wollen.
Die Frage ist: Wie wollen wir wachsen – und welchen Preis sind wir bereit dafür zu zahlen?

👉 Wollen wir ein Dorf bleiben, das seinen Charakter bewahrt – oder ein gesichtsloser Ort werden, der überall stehen könnte?

Bürgerbeteiligung gefragt!

Am 24.09.2025 haben wir einen Termin mit unserem Bürgermeister Dr. Klare.

Thema: die aktuelle Situation mit Feriengästen in unserem Dorf sowie der starke Anstieg von Ferienwohnungen.

Damit wir die Anliegen aller Bürger bestmöglich vertreten können, bitten wir Sie:

 Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen, Probleme oder Beobachtungen rund um Feriengäste und Ferienwohnungen mit – gerne auch Ihre Schwierigkeiten im Umgang mit der Gemeindeverwaltung oder dem Landratsamt zu diesen Themen.

Je mehr Rückmeldungen wir sammeln, desto deutlicher können wir die Situation gegenüber unserem Bürgermeister darstellen – und gemeinsam Lösungen finden.

Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht oder sprechen Sie uns direkt an.

Unsere Mailadresse lautet: info@dorfstattferienanlage.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 

Tourismus mit Augenmaß

13.09.2025

Im jüngsten Beitrag von SWR Aktuell wurde die Ansicht vertreten, eine Bürgerinitiative wie die unsere sei überflüssig, da viele Menschen vom Europapark profitieren und Kritiker nur eine Minderheit darstellen. Außerdem wurde betont, der Charakter des Dorfes verändere sich nun einmal mit dem Tourismus, wovon die Gemeinde über Steuereinnahmen profitiere.

Wir nehmen diese Einschätzungen zur Kenntnis, möchten jedoch einige Punkte klarstellen:

Ja, der Europapark bringt Arbeitsplätze und Einnahmen – das stellen wir nicht in Frage.

Ebenso ist jedoch unübersehbar, dass die Kehrseite immer deutlicher wird:

  • Wohnraum für Einheimische wird knapp, weil Häuser in Ferienwohnungen umgewandelt werden.
  • Das Ortsbild leidet unter großflächigen Neubauten und zunehmender Versiegelung.
  • Die Lebensqualität sinkt durch Lärm, Verkehr und Unruhe in Wohngebieten.

Die Bewertung, ob diese Entwicklungen eine Mehrheit oder eine Minderheit betreffen, ist letztlich eine subjektive Feststellung. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern die Tatsache, dass reale Belastungen entstehen. Auch wenige Betroffene haben das Recht, auf Missstände hinzuweisen – und oft zeigt die Erfahrung, dass solche Probleme später von der gesamten Gemeinschaft gespürt werden.

Dabei darf nicht vergessen werden: Nicht nur Investoren haben Rechte, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger, die hier leben, arbeiten und ihre Familien großziehen. Ihre Interessen verdienen denselben Schutz und dieselbe Beachtung.

Unsere Initiative richtet sich nicht gegen den Tourismus, sondern für ein Gleichgewicht:
Tourismus ja – aber mit Augenmaß, damit Rust ein lebenswerter Ort für seine Bürger bleibt.

👉 Deshalb fordern wir klare Grenzen bei Ferienwohnungen und den Vorrang von Wohnraum für Menschen, die hier dauerhaft leben.

Fernsehbericht in SWR Aktuell am 12.09.2025

Im SWR Aktuell wurde über die Folgen des Tourismus berichtet – und wir als Bürgerinitiative sind überzeugt: Es ist Zeit zu handeln!

Wir alle profitieren vom Tourismus, doch die Schattenseiten werden immer deutlicher: Belastung für Natur, steigende Preise, Druck auf unsere Gemeinschaft. 

Unsere Initiative setzt sich dafür ein, dass Tourismus in unserer Region nachhaltig gestaltet wird – fair für Gäste und Einheimische

Hier zum Fernsehbericht:

https://www.ardmediathek.de/tv.../688893aeb397d70583328482

Großbauprojekte in Wohngebieten: Einwendungen beim Bauantrag – worauf Bürger achten sollten

Wenn Bauprojekte mit mehreren Wohnungen, Ferienunterkünften oder Stellplätzen in der Nachbarschaft entstehen, sind nicht nur Verkehr, Lärm und Verdichtung ein Thema. Ein oft übersehener, aber entscheidender Punkt ist die Löschwasserversorgung.

Löschwasserversorgung als Pflichtnachweis

Nach dem anerkannten technischen Regelwerk DVGW W 405 muss bei größeren Bauvorhaben eine Löschwasserversorgung von bis zu 96 m³/h (1.600 l/min) sichergestellt werden. Nur so können Brände in Gebäuden oder bei Elektrofahrzeugen wirksam bekämpft werden.

Fehlt dieser Nachweis, liegt ein Verstoß gegen die Landesbauordnung (§ 3 Abs. 1 LBO BW) und gegen allgemein anerkannte Brandschutzvorgaben vor..

Typisches Problem: alte Leitungen

Gerade in gewachsenen Wohngebieten sind bestehende Trinkwasserleitungen oft nicht leistungsfähig genug. Ohne zusätzliche Maßnahmen (z. B. Zisternen, leistungsfähige Hydranten) kann der geforderte Löschwasserbedarf nicht gedeckt werden.

Rechte von Anwohnern: Einwendungen

Wenn Sie als Nachbar eine Angrenzerbenachrichtigung erhalten, können Sie im Rahmen der Frist Einwendungen erheben. Typische Punkte können sein:

  • fehlender oder unzureichender Löschwassernachweis,
  • erhöhte Brandlast durch Bauweise oder Nutzung,
  • fehlende Prüfung durch Feuerwehr oder Wasserbehörde.

Fazit

Nutzen Sie Ihr Recht auf Einwendung, wenn Sie Bedenken zum Brandschutz oder zur Infrastruktur haben.

So stellen Sie sicher, dass Bauprojekte in Ihrer Nachbarschaft nicht auf Kosten der Sicherheit genehmigt werden.

Ein Bau ohne gesicherte Löschwasserversorgung gefährdet nicht nur die neuen Gebäude, sondern auch bestehende Nachbarschaften.

Der Merkur berichtet über unsere Bürgerinitiative

Merkur 05.09.2025

<Zum Artikel im Merkus> 

Rust ist bundesweit Spitzenreiter bei den Touristen: Auf jeden der knapp 5.000 Einwohner kommen rund 198 Gäste pro Jahr. Dieser Erfolg zeigt die Attraktivität unserer Gemeinde – bringt aber auch wachsende Probleme mit sich. Immer mehr Ferienwohnungen verdrängen Wohnraum für Einheimische, Grünflächen und Bäume verschwinden, Verkehr, Lärm und Müll nehmen stetig zu.

Genau hier setzt unsere Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage“ an. Wir möchten das Gleichgewicht zwischen einem florierenden Tourismus und einer lebenswerten Heimat bewahren. Uns geht es nicht darum, den Europa-Park oder unsere Gäste infrage zu stellen – im Gegenteil: Tourismus gehört zu Rust. Doch wir sagen klar: Er darf nicht auf Kosten der Dorfgemeinschaft und unserer Lebensqualität gehen.

Wir setzen uns für nachhaltige Entwicklung, für Erhalt von Wohnraum, Natur und dörflicher Identität ein.

 Unterstützen Sie uns, diskutieren Sie mit und helfen Sie mit, Rusts Zukunft lebenswert zu gestalten!

Rust im Wandel – Tourismus zwischen Chance und Belastung (Offenburger Tagesblatt 08.09.2025)

Im Offenburger Tageblatt ist heute ein Bericht erschienen, der die Dimension des Problems deutlich macht: Fast 2,5 Millionen Übernachtungen außerhalb der Hotels des Europa-Parks allein in der Saison 2023/24. Eine Zahl, die zeigt, wie massiv der Tourismus die Region prägt.

Für unser Dorf Rust ist dieser Boom aber längst nicht nur ein Segen:

Immer mehr Ferienwohnungen entstehen,

Investoren kaufen Grundstücke und Häuser, um daraus Renditeobjekte zu machen,

die Dorfgemeinschaft leidet, weil Wohnraum für Einheimische knapp und unbezahlbar wird,

die Infrastruktur stößt an ihre Grenzen – vom Verkehr bis zur Versorgung.

Das große Geschäft machen oft externe Investoren, während die Bürgerinnen und Bürger vor Ort die Konsequenzen tragen: steigende Mieten, weniger Lebensqualität und ein Dorf, das sein Gesicht verliert.

👉 Diese Entwicklung ist eine enorme Herausforderung – und sie muss von der Gemeindeverwaltung aktiv angegangen werden, zum Wohle der Bürger.

Liebe Gemeindeverwaltung, wie wollen Sie dem entgegenwirken?

SWR berichtet über unsere Bürgerinitiative

03.09.2025

Neues aus den Medien – Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage – Unser Rust soll lebenswert bleiben“ im Fokus!

Der SWR hat in einem aktuellen Beitrag über unsere gemeinsame Initiative berichtet: Das Thema „Weniger Ferienwohnungen rund um den Europa-Park“ gewinnt an Bedeutung – auch öffentlich wird zunehmend wahrgenommen, wie stark dieser Trend Rusts Charakter verändert.

Die Berichterstattung ist ein wichtiges Signal – sie zeigt, dass unsere Sorgen ernst genommen werden und wir mit unserem Engagement nicht allein sind. Entwicklungen wie Übernutzung, Verlust von Wohnraum und zunehmender Druck auf das Ortsbild stehen nicht nur auf unserer Agenda, sondern bewegen auch eine breitere Öffentlichkeit.

Was können Sie tun?

Teilen Sie diesen Beitrag, um das Thema in Rust weiter voranzutreiben.

Diskutieren Sie mit Bekannten, Nachbarn und Freunden – je stärker unser Netzwerk, desto mehr Einfluss haben wir.

Wer Unterstützung braucht, z. B. bei Einwendungen gegen konkrete Bauvorhaben, erreicht uns jederzeit unter info@dorfstattferienanlage.de

Rust lebt vom Engagement seiner Bürger und Bürgerinnen – danke, dass Sie mit dabei sind!

Rücksichtnahmegebot nach § 242 BGB – Rechte für Betroffene

03.09.2025

Immer wieder entstehen in Gemeinden Bauvorhaben, die nicht nur das Grundstück selbst betreffen, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Nachbarschaft haben. Sei es durch zusätzliche Gebäude, die Schaffung von Stellplätzen oder eine intensivere Nutzung der Flächen: Solche Maßnahmen können zu mehr Verkehr, Lärm, Licht oder einer Veränderung des Ortsbildes führen.

Das Bürgerliche Gesetzbuch verpflichtet im Rahmen des sogenannten Rücksichtnahmegebots (§ 242 BGB) Bauherren und Vorhabenträger dazu, die berechtigten Interessen der Nachbarschaft zu beachten. Das bedeutet: Bauvorhaben dürfen nicht so gestaltet oder genutzt werden, dass für Anwohner unzumutbare Belastungen entstehen.

In der Praxis fühlen sich viele Betroffene jedoch machtlos. Oft ist unklar, welche Rechte bestehen, wie Einwendungen formuliert werden müssen und in welcher Form die Behörden auf Bedenken reagieren. Genau hier setzt unsere Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage – Unser Rust soll lebenswert bleiben“ an.

Wir möchten betroffene Bürger ermutigen, ihre Sorgen ernst zu nehmen und aktiv ihre Rechte wahrzunehmen und stehen Ihnen unterstützend zur Seite.

Unser Ziel ist es, gemeinsam dafür zu sorgen, dass Rust lebenswert bleibt – mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Entwicklung und Lebensqualität, zwischen Bauen und Bewahren.

News aus unserer Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage - Rust soll lebenswert bleiben“

SWR 31.08.2025

News aus unserer Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage – Rust soll lebenswert bleiben“

Der SWR (31.08.2025) hat aktuell über unseren Einsatz gegen die zunehmende Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen in Rust berichtet – ein starkes Signal, dass unsere Sorgen und Argumente Gehör finden!

Zum Beitrag: https://www.swr.de/.../buergerinititaive-gegen-mehr...

Immer mehr Investoren bauen nicht für die Menschen in Rust, sondern fast ausschließlich für Touristengruppen.

 Das bedeutet: Verlust von Grünflächen, zunehmende Versiegelung, steigender Lärm und ein wachsender Druck auf das soziale Gefüge im Dorf.

Unsere Botschaft bleibt klar: Rust soll lebenswert bleiben – für Bürger, Familien und Nachbarschaften, nicht nur für Feriengäste.

Unterstützt unsere Bürgerinitiative – jede Stimme macht uns stärker!

Gemeinsam für Rust – Wir brauchen Euch!

Damit unsere Initiative „Dorf statt Ferienanlage“ wirklich etwas erreichen kann, brauchen wir mehr Menschen an unserer Seite. Ob aktiv oder passiv – jede Unterstützung zählt! 

Schließt euch an, bringt euch ein oder erzählt es weiter. Gemeinsam haben wir mehr Gewicht gegenüber der Gemeinde und können dafür sorgen, dass Rust lebenswert bleibt.

Ihr erreicht uns über folgende Mailadresse: info@dorfstattferienanlage.de 

Wir freuen uns auf euch!

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Rust, 

in Rust entstehen derzeit an mehreren Stellen große Neubauten – nicht mit dem Ziel, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, sondern fast ausschließlich für Ferienwohnungen.

➡️ Das bringt viele Probleme mit sich:

  • Unruhe durch häufig wechselnde Gäste
  • Zerstörung von Grünflächen und Gärten
  • Versiegelung der Flächen für Parkplätze
  • Belastung für das Ortsbild und die Lebensqualität der Bewohner

Wenn Sie in Ihrer Nachbarschaft oder als direkte Anlieger bemerken, dass ein Bauvorhaben vor allem der Feriennutzung dient, dann zögern Sie bitte nicht, sich einzubringen und Einwendungen zu erheben.

👉 Kommen Sie einfach auf uns zu, wenn Sie betroffen sind und Mühe haben, dagegen vorzugehen. Wir unterstützen Sie gerne.

Denn: Ein Investor verfolgt in den meisten Fällen nur ein Ziel – Profit. Er wohnt meist nicht im Haus, kennt die Nachbarschaft nicht und übernimmt keine Verantwortung für das soziale Gefüge im Dorf.

🙏 Lassen wir nicht zu, dass Rust Stück für Stück seinen Charakter verliert. Gemeinsam können wir etwas bewegen!

👉 Unterstützen Sie unsere Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienanlage – Rust soll lebenswert bleiben". 

BI möchte Investoren die Stirn bieten

Lahrer Zeitung vom 26.08.2025 berichtet:


In Rust formiert sich Widerstand gegen die wachsende Zahl an Ferienwohnungen. Anwohner haben die Bürgerinitiative „Dorf statt Ferienwohnungen – Unser Rust soll lebenswert bleiben“ gegründet. Ziel ist es, den dörflichen Charakter zu bewahren und Investoren in die Schranken zu weisen, die nur auf „schnelles Geld“ setzen. Die Initiative warnt vor negativen Folgen wie dem Verlust von Gemeinschaft, Wohnraum für Einheimische und sinkender Lebensqualität.

 

Nachverdichtung – das geschieht momentan in Rust… 

Nachverdichtung bedeutet: In bestehenden Orten wird jede freie Fläche mit neuen Gebäuden „gefüllt“ – egal ob Gärten, Innenhöfe oder Restgrundstücke. Klingt nach effizienter Flächennutzung? Die Realität sieht oft anders aus:

🚗 Mehr Verkehr, mehr Lärm – die Infrastruktur kommt schnell an ihre Grenzen.
🌳 Weniger Grünflächen – wichtige Rückzugsräume für Natur, Tiere & Menschen verschwinden.
☀️ Hitzeinseln – wenn Gärten verschwinden, fehlt Schatten und Kühlung.
🤝 Soziales Gefüge leidet – Dörfer verlieren ihren Charakter, Nachbarschaften werden enger und unruhiger.
🏠 Lebensqualität sinkt – weil Luft, Ruhe und Platz immer knapper werden.

👉 Nachverdichtung darf nicht nur kurzfristigen Profit bedienen – sie muss sozial, ökologisch und zukunftsfähig gestaltet werden.

🙏 Deshalb: Unterstützt unsere Bürgerinitiative, damit wir gemeinsam gegen übermäßige Verdichtung und für den Erhalt von Lebensqualität, Grünflächen und Artenvielfalt eintreten können!

Neue Bürgerinitiative in Rust gegründet (Badische Zeitung vom 16.08.2025)

📰 Badische Zeitung vom 16.08.2025 berichtet:
In Rust hat sich eine neue Bürgerinitiative gegründet – „Dorf statt Ferienanlage – unser Rust soll lebenswert bleiben“.

Die Initiative will den dörflichen Charakter von Rust erhalten und wendet sich gegen Ferienwohnungen, Verdichtung und Flächenversiegelung. Ziel ist es, Wohnraum für Einheimische zu sichern und Lebensräume zu schützen.

Zweckentfremdungsverbot – Schutz für Wohnraum, aber überall anders geregelt

In Deutschland gibt es kein einheitliches Bundesgesetz, das überall gleichermaßen gilt. Stattdessen dürfen Bundesländer und oft sogar Städte und Gemeinden selbst festlegen, ob und wie sie ein Zweckentfremdungsverbot einführen.

Was bedeutet das?
Wohnraum darf nicht einfach:

  1. in Ferienwohnungen oder Kurzzeitvermietungen umgewandelt werden
  2. gewerblich genutzt werden (z. B. als Büro, Praxis, Laden)
  3. länger leer stehen (oft max. 3–6 Monate)
  4. ohne Genehmigung abgerissen oder unbewohnbar gemacht werden

💰 Bußgelder können – je nach Ort – bis zu 100.000 € erreichen.

📍 Baden-Württemberg
Das Landesgesetz erlaubt Kommunen, eigene Zweckentfremdungssatzungen zu erlassen.
Aktiv umgesetzt wird das Verbot z. B. in Stuttgart, Freiburg, Heidelberg, Konstanz.
Dort gelten strenge Regeln gegen Leerstand und Ferienwohnungsumwandlung.

🌳 Rust im Ortenaukreis – Sonderweg mit Tücken
Rust hat keine offizielle Zweckentfremdungssatzung – setzt aber auf eine Quotelung:

  1. Neubaugebiete: Ferienwohnungen sind per Bebauungsplan ausgeschlossen
  2. Altbestand: Mindestens 60 % der Fläche muss als dauerhafter Wohnraum genutzt werden
  3. Maximal 40 % dürfen für Beherbergung (z. B. Feriengäste) genutzt werden

Das Problem:
Die Regel bezieht sich auf Fläche, nicht auf Anzahl der Wohneinheiten.
So können z. B. zwei große Wohnungen die 60 % erfüllen, während die 40 % aus sieben kleinen Ferienwohnungen bestehen.
Ergebnis: Ständiger Gästewechsel – z. B. 7 × 2 Personen – kann für Anwohner auf Dauer laut, unruhig und belastend werden.

Fazit:
Ob und wie das Zweckentfremdungsverbot greift, hängt stark vom Standort ab. In Baden-Württemberg liegt die Entscheidung bei den Kommunen – und Rust zeigt, dass kreative Lösungen zwar gut gemeint sind, aber auch unerwartete Nebenwirkungen haben.
Hier gilt es nachzubessern.

Elsass geht gegen Airbnb & Co. vor – ein Vorbild für Rust? (Badische Zeitung 14.08.2025)

In der Badischen Zeitung vom 14.08.2025 („Wie Orte im Elsass gegen Airbnb & Co. vorgehen“) wird berichtet, wie Städte wie Straßburg, Colmar oder Riquewihr Kurzzeitvermietungen streng regulieren, um Wohnraum für Einheimische zu sichern.

Die Maßnahmen in Riquewihr:

  • Genehmigungspflicht für touristische Vermietungen
  • Klare Obergrenzen für Ferienwohnungen
  • Strenge Kontrollen & spürbare Sanktionen
  • Vorrang für dauerhaftes Wohnen

📉 Ziel: Weniger Zweckentfremdung, mehr bewohnte Wohnungen, Schutz des sozialen Gefüges.

In Rust dagegen wird die 60/40-Regel – eigentlich zum Schutz des Wohnraums – immer wieder umgangen. Bauvorhaben weichen der Vorgabe aus, ohne wirksamen Ausgleich. Die Folge: mehr Rendite-Objekte, weniger Nachbarschaft.

💡 Auch Rust könnte von den klaren Regeln im Elsass profitieren – bevor Ferienapartments, Zweckentfremdung und steigende Mieten unseren Dorfcharakter unwiederbringlich verändern.

Was meint ihr – sollten wir in Rust ähnliche Regeln einführen?

❗ Achtung beim Abriss: Gefahr durch Holzschädlinge ❗

Wer ein Gebäude abreißt, muss nicht nur an Bauschutt und Staub denken – auch Schädlinge wie der Hausbockkäfer oder Holzwurm können dabei freigesetzt werden.
Diese Insekten leben oft tief im Gebälk alter Gebäude und können bei einem unkontrollierten Abriss auf Nachbarhäuser übergehen.

⚠️ Wichtig: Die Gefahr besteht auch dann, wenn das Gebäude zuvor begast wurde.
Begasungen töten nicht immer alle Entwicklungsstadien der Schädlinge zuverlässig ab – überlebende Larven können beim Abriss freigesetzt werden und in umliegende Holzbauten (Nachbarhäuser) wandern.

💰 Problem: Wenn der Bauherr vor allem den finanziellen Gewinn im Blick hat, interessiert ihn oft nicht, ob Schädlinge auf benachbarte Gebäude übergreifen und dort Schäden verursachen.

Laut DIN 68800 (Holzschutz im Hochbau) sowie den Empfehlungen des Deutschen Holz- und Bautenschutzverbands (DHBV) muss bei bekanntem oder vermutetem Schädlingsbefall vor Abbruch ein aktuelles Holzschutzgutachten erstellt und gegebenenfalls eine wirksame Bekämpfung durchgeführt werden.
Dies gilt besonders in dicht bebauten Orten wie Rust, wo angrenzende Dachstühle oder Fachwerk schnell befallen werden können.

💡 Unsere Forderung: Auch bei genehmigungsfreien Abrissen muss es eine Pflicht zur Kontrolle und Schädlingsbekämpfung nach DIN 68800 geben – bevor der Abrissbagger kommt!

❗ Achtung beim genehmigungsfreien Abriss ❗

Wer ein Gebäude gemäß Landesbauordnung ohne Genehmigung abreißen darf, trägt allein die Verantwortung, dass dabei keine streng geschützten Tierarten – wie etwa Fledermäuse – zu Schaden kommen.

Das Problem:
Stehen wirtschaftliche Interessen oder Zeitdruck im Vordergrund, wird der Artenschutz oft ignoriert. Bei verfahrensfreien Abrissen prüft die Baubehörde nicht – die Verantwortung liegt vollständig beim Eigentümer.

💡 Heißt: Steht das Eigeninteresse des Eigentümers im Widerspruch zum Schutz von Arten, haben Anwohner keine Möglichkeit, eine behördliche Prüfung zu erzwingen, weil der Behörde keine offizielle Bauanfrage vorliegt. Und die Behörden haben auch keine rechtliche Handhabe, solche Abrisse zu kontrollieren. So verschwinden geschützte Lebensräume oft unwiederbringlich.

📜 Dabei gibt es klare Vorgaben: Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und der EU-FFH-Richtlinie ist es verboten, geschützte Arten zu töten, zu stören oder deren Quartiere zu zerstören – auch bei genehmigungsfreien Abrissen!

📢 Deshalb müssen wir als Anwohner die Behörden mit Nachdruck auf solche Probleme hinweisen und sie auffordern, bei Verdachtsfällen aktiv zu werden und zu kontrollieren!

➡️ Wir fordern verpflichtende Kontrollen und Untersuchungen – auch bei genehmigungsfreien Abrissen, wenn diese von besorgten Bürgern angezeigt werden.

 

Wenn Recht auf Realität trifft – Sind den Gemeinden wirklich die Hände gebunden? (Badische Zeitung 02.08.2025)

Der Artikel in der Badischen Zeitung vom 02.08.2025 zeigt am Beispiel Kenzingen ein Dilemma, das viele Gemeinden – auch Rust – betrifft: Ein Bauvorhaben mit 25 Reihenhäusern ohne Tiefgarage, obwohl der Parkraum schon jetzt äußerst knapp ist.

Oft heißt es: „Die rechtlichen Vorgaben lassen uns keine Wahl.“ Aber stimmt das wirklich? Sind den Gemeinden tatsächlich die Hände gebunden – oder gibt es Spielräume, um Fehlentwicklungen zu verhindern?

Wenn in einer ohnehin angespannten Parksituation zusätzliche Wohnungen ohne ausreichende Stellplätze entstehen, müssen die Gemeinden handeln – und nicht einfach nur zusehen.

Das Problem: Wenn Bebauungspläne alt sind oder Lücken lassen, nutzen Investoren diese aus. Gemeinden stehen dann vor der Frage: akzeptieren oder riskieren?

Artikel in der Badischen Zeitung vom 09.07.2025

In der Badischen Zeitung wurde über den wachsenden Protest gegen massive Bebauung in der Kleophasstraße in Rust berichtet. Anwohner kritisieren Ferienwohnungen, Versiegelung und nächtlichen Lärm. Der Bauausschuss lehnte das Vorhaben ab. Eine Bürgerinitiative formiert sich, um langfristige Wohnqualität zu sichern und übermäßigen touristischen Nutzungen entgegenzutreten.

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